Immobilienmarkt Potsdam: Preise, Lagen und Regeln 2026
Angebotspreise, Kaufverträge und Regeln – mit Daten von CASAFARI und dem Gutachterausschuss Potsdam
Im 3. Quartal 2026 lag der durchschnittliche Angebotspreis für Eigentumswohnungen in Potsdam laut CASAFARI Area Insights bei 5.281,0 €/m² und damit 4,6 % unter dem Vorjahresquartal; Häuser wurden im Schnitt für 5.661,5 €/m² angeboten (−5,3 %). Zugleich hat der Gutachterausschuss Potsdam für das Jahr 2025 1.249 notarielle Kaufverträge gezählt, ein Plus von 29 % gegenüber 2024. Während die geforderten Angebotspreise in den Inseraten nachgeben, kehren die Käufer zurück – wobei Angebotspreise aus Inseraten nicht mit beurkundeten Kaufpreisen gleichzusetzen sind.
Wer als Paar aus Berlin-Charlottenburg im Frühjahr 2025 mit einem Budget von 750.000 € nach einer Altbauwohnung oder einem kleineren Haus in Babelsberg suchte, traf häufig auf Eigentümer, die an den Preisvorstellungen der Niedrigzinsjahre festhielten. Im Herbst 2026 finden Suchende manche dieser Adressen in den Portalen wieder – nun mit um 4 bis 5 % reduzierten Preisforderungen. Gleichzeitig meldet die amtliche Statistik fast ein Drittel mehr Abschlüsse. Dieser scheinbare Widerspruch erklärt, wie der Potsdamer Markt im Jahr 2026 funktioniert: Die Transaktionen finden dort statt, wo Verkäufer ihre Erwartungen an das tatsächliche Zahlungsniveau der Käufer angepasst haben.
Was kostet eine Immobilie in Potsdam im Herbst 2026?
In der Gebietsübersicht Area Insights von CASAFARI (Location-ID 531054, Abfrage vom 23.10.2026) liegt der durchschnittliche Angebotspreis für Eigentumswohnungen in Potsdam im 3. Quartal 2026 bei 5.281,0 €/m². Gegenüber dem 3. Quartal 2025 (5.535,2 €/m²) entspricht das einem Rückgang um 254,2 €/m² oder 4,6 %. Vom Höchststand der Zeitreihe im 4. Quartal 2025 (5.537,9 €/m²) sind die Forderungen drei Quartale in Folge gesunken, liegen aber weiterhin 13,5 % über dem Niveau des 1. Quartals 2023 (4.654,9 €/m²). Wichtig für die Einordnung: Die hier genannten CASAFARI Area-Insights-Zahlen messen Angebotspreise aus indexierten Inseraten unter Ausschluss statistischer Ausreißer, keine notariell beurkundeten Kaufpreise.
Bei Häusern weist CASAFARI Area Insights für das 3. Quartal 2026 einen durchschnittlichen Angebotspreis von 5.661,5 €/m² aus, nach 5.975,9 €/m² im Vorjahresquartal (−314,4 €/m² beziehungsweise −5,3 %). Es ist der niedrigste Stand der 15 Quartale umfassenden Reihe seit Anfang 2023 (damals 5.525,4 €/m², womit über dreieinhalb Jahre ein leichtes Plus von 2,5 % verbleibt) und liegt 7,5 % unter dem Spitzenwert von 6.120,4 €/m² aus dem 2. Quartal 2025. Da der Inseratsbestand bei Einfamilien-, Doppel- und Reihenhäusern kleiner und heterogener ist als bei Wohnungen, schwankt die Reihe von Quartal zu Quartal um bis zu 6 %; sie sollte daher im Jahresvergleich statt als Einzelquartal gelesen werden.
Im bundesweiten Vergleich fällt auf, dass Potsdams Angebotspreise korrigieren, während die tatsächlichen Transaktionspreise im Bundesdurchschnitt seitwärts tendieren: Laut dem Häuserpreisindex des Statistischen Bundesamtes (Destatis) für das 2. Quartal 2026 (veröffentlicht am 24.09.2026) stiegen die Wohnimmobilienpreise in Deutschland vorläufig um 0,6 % zum Vorjahr und um 0,3 % zum Vorquartal (Indexstand 100,6 bei Basis 2025 = 100). Wie sich dieses Bild in das gesamtdeutsche Preisgefüge einfügt, zeigt unser Leitfaden zum Immobilienmarkt Deutschland, während der direkte Vergleich mit der Nachbarstadt im Marktleitfaden für Berlin aufgeschlüsselt ist.
Warum steigen die Verkäufe, während die Angebotspreise sinken?
Der Blick in den amtlichen Grundstücksmarktbericht 2025 des Gutachterausschusses Potsdam (veröffentlicht im Mai 2026, Fassung 1.2 vom 03.08.2026) zeigt eine deutliche Belebung am Beurkundungstisch. Im Kalenderjahr 2025 wurden insgesamt 1.249 Kaufverträge registriert – ein Zuwachs von 29 % gegenüber den 968 Verträgen des Jahres 2024 und eine Rückkehr über das Niveau von 2022 (1.061 Verträge), nachdem der Markt 2023 bei 802 Verkäufen seinen Tiefpunkt erreicht hatte. Der Geldumsatz stieg 2025 um 14 % auf 833,6 Mio. €. Besonders dynamisch entwickelte sich das Wohnungseigentum mit 746 Verkäufen (+29 %) und einem Umsatzplus von 41 % auf 294,5 Mio. €, aufgeteilt in 484 Weiterverkäufe, 194 Erstverkäufe und 68 Umwandlungsverkäufe.
Die hedonischen Preisindizes des Gutachterausschusses (Basis 2020 = 100) belegen, dass die tatsächlich gezahlten Preise dabei keineswegs gefallen sind: Der Index für Eigenheime lag 2025 unverändert bei 109 (nach 112 im Jahr 2022 und 104 im Jahr 2023). Bei Eigentumswohnungen im Weiterverkauf stieg der Index leicht von 113 (2024) auf 115 (2025), während Erstverkäufe von 130 auf 123 nachgaben. Wenn also die beurkundeten Bestandspreise stabil bleiben, die Angebotspreise in den Portalen aber sinken, schließt sich die Lücke zwischen Wunsch und Wirklichkeit von oben.
Für das Kalenderjahr 2025 weist der Gutachterausschuss klare Mediane der notariellen Kaufpreise je Quadratmeter Wohnfläche aus, die sich erheblich nach Baualter und Lage unterscheiden:
| Segment (Kalenderjahr 2025) | Kaufpreis-Median bzw. Durchschnitt | Fallzahl / Bemerkung |
|---|---|---|
| ETW Weiterverkauf (Baujahr 1991–2022, mittlere Lage) | 3.865 €/m² | 77 Verkäufe (Median) |
| ETW Weiterverkauf (saniert, Baujahr vor 1960, mittlere bis sehr gute Lage) | 4.650 €/m² | 170 Verkäufe (Median) |
| ETW Weiterverkauf (Baujahr 1991–2022, gute bis sehr gute Lage) | 5.340 €/m² | 48 Verkäufe (Median) |
| ETW Erstverkauf Neubau (ab 2023, mittlere Lage) | 7.580 €/m² | 28 Verkäufe (Median) |
| ETW Erstverkauf (saniertes Denkmal, Baujahr vor 1960) | 8.690 €/m² | 95 Verkäufe (Median) |
| ETW Erstverkauf Neubau (ab 2023, gute bis sehr gute Lage) | 10.905 €/m² | 5 Verkäufe (Median, nur als Orientierung) |
| Gebrauchtes Einfamilienhaus (mittlerer bis guter Zustand) | 5.245 €/m² (761.000 € Gesamtpreis) | Durchschnittswert 2025 |
Methodisch gilt: Der CASAFARI-Durchschnitt bildet alle inserierten Objekte über sämtliche Baualtersklassen hinweg ab, während der Gutachterausschuss Mediane nach Segmenten trennt; beide Werte sind daher nicht eins zu eins vergleichbar. Für Eigentümer heißt die Marktlage dennoch ganz praktisch: Wer 2026 zu den überhöhten Angebotspreisen aus 2025 inseriert, verlängert seine Vermarktungsdauer erheblich. Käufer wiederum finden im Bestand Verhandlungsspielraum, während im knappen Neubausegment guter Lagen kaum Nachlässe gewährt werden.
Welche Lagen zählen – von der Berliner Vorstadt bis Krampnitz?
Potsdam ist kein Küsten- oder Ferienort, sondern eine von Havel, Templiner See und Griebnitzsee geprägte Residenz- und Wissenschaftsstadt, die unmittelbar an den Berliner Südwesten grenzt. Laut Grundstücksmarktbericht 2025 erreicht man die Berliner Innenstadt mit der S-Bahn in rund 45 Minuten; der Flughafen BER liegt etwa 35 Kilometer entfernt, über die A115 und den Berliner Ring A10 ist die Stadt direkt an das Fernstraßennetz angebunden. Rund 71 % aller Wohnungsverkäufe des Jahres 2025 entfielen auf die Bezirke Potsdam (Innenstadt und Vorstädte), Babelsberg und Drewitz.
Die Lagen lassen sich in fünf Teilmärkte gliedern:
- Innenstadt und Nördliche Vorstädte (Berliner Vorstadt, Jägervorstadt, Nauener Vorstadt): Hier prägen klassizistische Bauten, Gründerzeitquartiere, Villen und die Pufferzonen des UNESCO-Welterbes das Bild. Der Gutachterausschuss definiert gute bis sehr gute Wohnlagen in Potsdam maßgeblich über die Nähe zum Wasser, zur Parklandschaft und zum Welterbe. Nach den beschlossenen Bodenrichtwerten zum Stichtag 01.01.2026 liegen Baugrundstücke für Einfamilienhäuser in guten bis sehr guten Lagen bei 750 bis 1.250 €/m² (in mittleren Lagen bei 450 bis 900 €/m²), für den Geschosswohnungsbau bei 850 bis 1.750 €/m² und in den gemischt genutzten Lagen der Innenstadt bei 1.000 bis 1.800 €/m². Wassergrundstücke werden laut Gutachterausschuss etwa zum 1,4-Fachen des jeweiligen Richtwerts gehandelt. Insgesamt wurden Anfang 2026 nur 10 von 111 Bodenrichtwerten angepasst, was die Stabilisierung unterstreicht.
- Babelsberg und Brandenburger Vorstadt: Babelsberg verbindet dichte Altbauquartiere, die Medienstadt rund um das Studio Babelsberg und die Villenlagen am Griebnitzsee. Die Brandenburger Vorstadt westlich der Innenstadt gehört zu den gefragtesten bürgerlichen Altbaulagen. In beiden Stadtteilen greifen jedoch zunehmend städtebauliche Schutzinstrumente: Für Babelsberg Süd gilt seit November 2023 eine soziale Erhaltungssatzung, für das Gebiet „Brandenburger Vorstadt – Zimmerplatz“ ist eine solche Satzung nach dem Aufstellungsbeschluss vom 11.06.2025 und der Zustimmung der Fachausschüsse Anfang Oktober 2026 in Vorbereitung (die Entscheidung der Stadtverordnetenversammlung ist für November 2026 angekündigt).
- Entwicklungsgebiete Bornstedter Feld und Krampnitz: Weil Potsdam zu großen Teilen aus Wasser-, Wald- und Schutzflächen besteht, konzentriert sich der Neubau auf wenige Entwicklungsachsen wie das Bornstedter Feld (300 Hektar), Babelsberg (76 Hektar) und das ehemalige Kasernengelände Krampnitz im Norden (135,8 Hektar). In Krampnitz liegt der Bodenrichtwert zum 01.01.2026 bei 900 €/m²; laut der kleinräumigen Bevölkerungsprognose 2025–2040 der Landeshauptstadt Potsdam soll das Quartier von 113 Einwohnern (Ende 2024) auf rund 10.400 Einwohner anwachsen. Wie knapp freies Bauland stadtweit geworden ist, zeigt die Zahl von lediglich 78 Baulandverkäufen im Jahr 2025.
- Drewitz, Am Stern, Kirchsteigfeld und Waldstadt: Diese südlichen und südöstlichen Stadtteile bieten den preisgünstigeren Einstieg in den Markt. Hier finden sich zahlreiche Bestandswohnungen der Baujahre 1991 bis 2022 sowie modernisierte Bestände, die im Weiterverkauf mittlerer Lagen 2025 im Median bei 3.865 €/m² lagen.
- Nördliche Ortsteile (Groß Glienicke, Fahrland, Marquardt): Diese dörflicheren Lagen ziehen vor allem Familien an, die ein Einfamilienhaus mit Garten suchen und in Richtung Berlin-Spandau oder in die Potsdamer Wissenschaftsstandorte pendeln.
Wer kauft in Potsdam – und wer nicht?
Potsdam ist ein ausgesprochener Erstwohnsitz- und Eigennutzermarkt. Nach den Erhebungen des Gutachterausschusses für 2025 waren 89 % aller Immobilienkäufer natürliche Personen; beim Wohnungseigentum lag dieser Anteil sogar bei 96 %. Auf der Nachfrageseite treffen vor allem drei Gruppen aufeinander: Familien und Paare aus Berlin, die eine Eigentumswohnung innerhalb des S-Bahn-Rings gegen ein Haus oder eine größere Wohnung im Grünen tauschen; Beschäftigte der Landesministerien, der Universität Potsdam sowie der Forschungseinrichtungen (darunter Hasso-Plattner-Institut, Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, Fraunhofer- und Max-Planck-Institute); sowie ältere Eigentümer aus dem Umland, die sich beim altersgerechten Verkleinern für eine sanierte Altbauwohnung in der Innenstadt entscheiden.
Internationale Investoren und Zweitwohnungskäufer spielen dagegen praktisch keine Rolle. Im gesamten Jahr 2025 zählte der Gutachterausschuss lediglich 11 Erwerbe durch ausländische Investoren oder Privatpersonen mit einem Volumen von 20,7 Mio. € – rund 2,5 % des Gesamtumsatzes. Auf 13 Portfolioverkäufe entfielen 45,0 Mio. € (5,5 %). Auch das klassische Luxussegment ist schmal: 2025 wurden 27 Villen für zusammen 79,9 Mio. € verkauft.
Ebenso wenig ist Potsdam ein Ferienhausmarkt. Laut Statistik im Blick 02/2026 der Landeshauptstadt Potsdam hatten am 31.12.2025 genau 188.288 Menschen ihren Hauptwohnsitz in der Stadt (+468 beziehungsweise +0,2 % gegenüber 2024), verteilt auf 106.029 Haushalte bei einem Ausländeranteil von 13,6 %. Dem standen lediglich 5.569 gemeldete Nebenwohnsitze gegenüber – überwiegend Studierende und Wochenpendler. Im gesamten Fünfjahreszeitraum von 2021 bis 2025 registrierte der Gutachterausschuss nur 15 Verkäufe von Wochenendhäusern (Median 1.645 €/m² Nutzfläche) und einen einzigen Ferienhausverkauf. Bis 2040 rechnet die Stadt in ihrer aktuellen Prognose mit gut 200.000 Einwohnern (+6,6 % gegenüber 2024), nachdem frühere Erwartungen von 218.000 Einwohnern nach unten korrigiert wurden. Das Wachstum hält an, verläuft aber ruhiger als noch vor einem Jahrzehnt geplant.
Welche Kosten und Regeln gelten beim Kauf in Potsdam?
Wer in Potsdam kauft oder vermietet, bewegt sich in einem eng regulierten Rahmen und muss mit höheren Erwerbsnebenkosten rechnen als im benachbarten Berlin:
- 6,5 % Grunderwerbsteuer: Brandenburg erhebt seit dem 01.07.2015 unverändert eine Grunderwerbsteuer von 6,5 % des Kaufpreises – gemeinsam mit Nordrhein-Westfalen, dem Saarland und Schleswig-Holstein der höchste Satz in Deutschland (in Berlin gelten 6,0 %). Zuzüglich rund 2 % für Notar und Grundbucheintragung liegen die reinen Kaufnebenkosten ohne Maklerprovision bei etwa 8,5 %. Beim durchschnittlichen Kaufpreis eines gebrauchten Potsdamer Einfamilienhauses von 761.000 € (Wert 2025) werden allein rund 49.465 € Grunderwerbsteuer fällig.
- Mietpreisbremse und abgesenkte Kappungsgrenze: Nach der Mietpreisbegrenzungs- und Kappungsgrenzenverordnung des Landes Brandenburg (Pressemitteilung des Ministeriums für Infrastruktur und Landesplanung vom 25.11.2025) gelten beide Instrumente in Potsdam vom 01.01.2026 bis zum 31.12.2029. Bei Neuvermietungen im Bestand darf die Miete höchstens 10 % über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen; Mieterhöhungen in laufenden Verträgen sind auf maximal 15 % innerhalb von drei Jahren begrenzt. Ausgenommen sind Neubauten und umfassend modernisierte Wohnungen.
- Qualifizierter Mietspiegel 2026: Maßstab für die Vergleichsmiete von rund 75.000 Mieterhaushalten ist der neue qualifizierte Mietspiegel für Potsdam, der in seiner elften Ausgabe seit dem 25.06.2026 (Amtsblatt 14/2026) in Kraft ist und das Zahlenwerk von 2024 abgelöst hat.
- Zweckentfremdungsverbot (ZwEVSP): Das seit dem 30.04.2021 geltende und 2026 verlängerte Zweckentfremdungsverbot der Landeshauptstadt Potsdam stellt die Ferienvermietung oder gewerbliche Zimmervermietung über acht Wochen im Kalenderjahr hinaus, einen Leerstand von mehr als sechs Monaten sowie eine gewerbliche Nutzung von über 50 % der Fläche unter Genehmigungsvorbehalt. Verstöße können nach dem Brandenburgischen Zweckentfremdungsverbotsgesetz mit Bußgeldern bis zu 100.000 € geahndet werden; in fünf Jahren wurden so 49 Wohnungen dem regulären Wohnungsmarkt zurückgeführt.
- Soziale Erhaltungssatzungen (Milieuschutz) und Denkmalschutz: In den Gebieten mit sozialer Erhaltungssatzung – seit November 2023 Teltower Vorstadt Nord und Babelsberg Süd, künftig voraussichtlich auch „Brandenburger Vorstadt – Zimmerplatz“ – bedürfen Grundrissänderungen, Wohnungszusammenlegungen und bestimmte Badmodernisierungen einer gesonderten Genehmigung. Zudem stehen weite Teile des Altbaubestands unter Denkmalschutz: Sanierungen sind dort genehmigungspflichtig, eröffnen Anlegern und Eigennutzern jedoch im Gegenzug erhöhte steuerliche Abschreibungsmöglichkeiten für die Sanierungskosten nach §§ 7h und 7i EStG.
Lohnt sich eine Eigentumswohnung in Potsdam als Kapitalanlage?
Für klassische Bestandshalter, die ausschließlich aus dem laufenden Mietertrag kalkulieren, ist die Rechnung in Potsdam eng. Der Gutachterausschuss hat für die zwischen Januar 2024 und Dezember 2025 verkauften vermieteten Eigentumswohnungen (Stichprobe von 174 Fällen, Stichtag 01.01.2025) einen durchschnittlichen Rohertragsfaktor von 30,9 ermittelt. Das entspricht einer Bruttoanfangsrendite von rund 3,2 % vor Erwerbsnebenkosten, bei einem Liegenschaftszinssatz von 1,3 % und einer durchschnittlichen Nettokaltmiete von 9,90 €/m² im untersuchten Bestand. Bei Mehrfamilienhäusern lag der Rohertragsfaktor bei 23,8 (rund 4,2 % Bruttorendite) und der Liegenschaftszinssatz bei 2,5 %. Wichtig zur Datenquelle: Diese Renditekennzahlen stammen ausschließlich aus den notariellen Auswertungen des Gutachterausschusses, nicht aus einer CASAFARI-Mietreihe.
Berücksichtigt man die 6,5 % Grunderwerbsteuer sowie Notar- und Grundbuchkosten, liegt die Nettoanfangsrendite einer fremdfinanzierten Bestandswohnung im Jahr 2026 häufig unter dem Kapitaldienst. Gleichzeitig begrenzt die Mietpreisbremse bis Ende 2029 das Mietwachstum bei Neuvermietungen im Bestand, und das Zweckentfremdungsverbot schließt Kurzzeitvermietungen an Feriengäste als Renditehebel aus.
Dennoch gibt es drei Segmente, in denen private Anleger in Potsdam aktiv sind: erstens beim Erwerb sanierter Denkmalwohnungen (allein 2025 gab es 95 Erstverkäufe sanierter Denkmale vor Baujahr 1960 zum Median von 8.690 €/m²), bei denen die steuerliche Abschreibung der Sanierungskosten die Rechnung trägt; zweitens im Neubau, der nicht unter die Mietpreisbremse fällt; und drittens bei langfristig gehaltenen Bestandswohnungen in mittleren Lagen wie Drewitz oder Am Stern, sofern bestehende Altmietverträge noch unterhalb des qualifizierten Mietspiegels 2026 liegen. Wer laufend verfolgen möchte, wie sich Angebotspreise im Verhältnis zum Zinsumfeld entwickeln, findet regelmäßige Einordnungen auf unserer Seite zu den Trends auf dem Wohnungsmarkt.
Wie Makler und Anleger den Potsdamer Markt mit CASAFARI lesen
Gerade weil in Potsdam die inserierten Angebotspreise (5.281,0 €/m² bei Wohnungen im Q3 2026) und die beurkundeten Mediane des Gutachterausschusses je nach Baujahr und Lage weit auseinanderliegen, reicht ein einzelner Stadtdurchschnitt für eine fundierte Preisfindung nicht aus. In CASAFARI Area Insights werden die Inserate aller großen Portale für Potsdam zusammengeführt, bereinigt und fortlaufend aktualisiert, sodass Makler, Verwalter und Investoren sofort erkennen, ob ein Teilmarkt nachgibt oder sich stabilisiert.
Für die konkrete Einwertung einer einzelnen Immobilie – etwa um einem Eigentümer in Babelsberg oder der Brandenburger Vorstadt zu zeigen, zu welchen Preisen vergleichbare sanierte Altbauten derzeit tatsächlich am Markt angeboten werden und wo Preisreduzierungen stattgefunden haben – nutzen Profis die Immobilienbewertungen und Marktstudien mit Comparables. Eigentümer, die vor einem Verkaufsgespräch eine erste Orientierung wünschen, können über die Online-Immobilienbewertung für Eigentümer starten. Und wer Suchaufträge von Berliner Familien betreut, die parallel in Potsdam, Kleinmachnow und Teltow suchen, bündelt den gesamten Markt über die Immobiliensuche über alle Portale mit Property Sourcing, inklusive bereinigter Dubletten und lückenloser Preishistorie.
Für Analysten und Entwickler, die Zeitreihen wie die Potsdamer Quartalsdaten direkt in eigene Bewertungs- oder Portfoliomodelle einbinden möchten, stehen die Endpunkte in der Area-Insights-Dokumentation für Entwickler (auf Englisch) sowie in der Comparables-Dokumentation für Entwickler (auf Englisch) bereit; die Abfragen werden über das jeweilige Kontingent in Tokens abgerechnet.
Ob Sie als Käufer prüfen, wie viel Verhandlungsspielraum ein seit Monaten inseriertes Haus bietet, oder als Eigentümer den richtigen Startpreis für den Herbst 2026 festlegen wollen: Trennen Sie sauber zwischen Altbau und Neubau, kalkulieren Sie die Brandenburger Nebenkosten und die seit Januar 2026 gültige Mietpreisbremse von Beginn an ein – und vergleichen Sie jedes Angebot mit dem aktuellen Umfeld. Einen direkten Zugang zur Plattform erhalten Sie, wenn Sie ein Konto auf platform.casafari.com anlegen oder sich die aktuelle Gebietsübersicht für Potsdam im Detail ansehen.
Häufig gestellte Fragen
Was kostet der Quadratmeter in Potsdam 2026?
Im 3. Quartal 2026 lag der durchschnittliche Angebotspreis in Inseraten laut CASAFARI Area Insights bei 5.281,0 €/m² für Eigentumswohnungen und bei 5.661,5 €/m² für Häuser. Die tatsächlich beurkundeten Kaufpreise des Jahres 2025 laut Gutachterausschuss Potsdam weichen je nach Segment deutlich ab: Sanierte Altbauwohnungen (Baujahr vor 1960) wurden im Weiterverkauf im Median für 4.650 €/m² gehandelt, Neubauwohnungen je nach Lage für 7.580 €/m² bis 10.905 €/m² (letzterer Wert basiert auf 5 Fällen) und gebrauchte Einfamilienhäuser im Durchschnitt für 5.245 €/m² Wohnfläche beziehungsweise 761.000 € Gesamtpreis. Während CASAFARI die aktuellen Preisforderungen über alle Segmente abbildet, zeigt der Gutachterausschuss die notariellen Abschlüsse nach Baualter und Lage.
Sinken die Immobilienpreise in Potsdam?
Bei den Angebotspreisen in den Portalen ist ein klarer Rückgang zu beobachten: Laut CASAFARI Area Insights lagen Eigentumswohnungen im 3. Quartal 2026 um 4,6 % und Häuser um 5,3 % unter dem Vorjahresquartal; bei Wohnungen sanken die Forderungen seit dem Höchststand im 4. Quartal 2025 drei Quartale in Folge. Die tatsächlich gezahlten Kaufpreise laut den hedonischen Indizes des Gutachterausschusses Potsdam blieben 2025 dagegen stabil bis leicht freundlich (Eigenheimindex unverändert bei 109, Weiterverkäufe von Wohnungen von 113 auf 115 gestiegen). Die Korrektur im Jahr 2026 ist daher vor allem ein Abschmelzen überhöhter Preisforderungen aus den Vorjahren und kein breitflächiger Wertverlust.
Wie hoch ist die Grunderwerbsteuer beim Kauf in Potsdam?
Beim Immobilienkauf in Potsdam fällt der Brandenburger Grunderwerbsteuersatz von 6,5 % des beurkundeten Kaufpreises an, der seit dem 01.07.2015 gilt und auch 2026 zu den höchsten Sätzen in Deutschland zählt (in Berlin liegt er bei 6,0 %). Hinzu kommen rund 2 % für Notar- und Grundbuchkosten sowie gegebenenfalls die Maklerprovision. Bei einem gebrauchten Einfamilienhaus zum Potsdamer Durchschnittspreis von 761.000 € müssen Käufer allein rund 49.500 € für die Grunderwerbsteuer einplanen.
Gilt in Potsdam die Mietpreisbremse?
Ja, nach der neuen Brandenburgischen Mietpreisbegrenzungsverordnung und der Kappungsgrenzenverordnung gelten beide Regelungen in Potsdam vom 01.01.2026 bis zum 31.12.2029. Bei einer Neuvermietung im Bestand darf die Miete die ortsübliche Vergleichsmiete – bemessen nach dem seit 25.06.2026 gültigen qualifizierten Mietspiegel 2026 – um höchstens 10 % überschreiten. Mieterhöhungen in laufenden Mietverhältnissen sind auf maximal 15 % innerhalb von drei Jahren begrenzt; ausgenommen von der Mietpreisbremse sind Neubauten und umfassend modernisierte Wohnungen.
Darf ich meine Wohnung in Potsdam als Ferienwohnung vermieten?
Eine Vermietung als Ferienwohnung ist in Potsdam nur sehr eingeschränkt möglich. Nach der kommunalen Zweckentfremdungsverbotssatzung (in Kraft seit dem 30.04.2021 und 2026 verlängert) benötigen Eigentümer eine Genehmigung, sobald Wohnraum mehr als acht Wochen im Kalenderjahr an Feriengäste vermietet wird, länger als sechs Monate leer steht oder zu mehr als 50 % gewerblich genutzt wird. Verstöße gegen das Zweckentfremdungsverbot können nach Landesrecht mit einem Bußgeld von bis zu 100.000 € geahndet werden.
Lohnt sich eine Eigentumswohnung in Potsdam als Kapitalanlage?
Rechnerisch ist die laufende Rendite im Bestand knapp bemessen: Der Gutachterausschuss Potsdam weist für 2024 bis 2025 verkaufte vermietete Eigentumswohnungen einen Rohertragsfaktor von 30,9 aus, was einer Bruttorendite von rund 3,2 % vor Kaufnebenkosten entspricht (Mehrfamilienhäuser liegen bei rund 4,2 %). Da die Mietpreisbremse bis Ende 2029 das Mietwachstum im Bestand deckelt, rechnen sich Neuankäufe vor allem bei Neubauwohnungen außerhalb der Mietpreisbremse, bei sanierten Denkmalimmobilien mit steuerlicher Abschreibung oder bei Bestandswohnungen mit Aufholpotenzial bis zur Vergleichsmiete. Wer primär auf schnelle Wertsteigerungen setzt, sollte die seit 2022 weitgehend flache Entwicklung der tatsächlichen Kaufpreise einkalkulieren.