Immobilien auf Usedom: Preise, Zweitwohnungssteuer und Regeln 2026

Angebotspreise, Zweitwohnungssteuer und Satzungen der Insel, mit Zahlen von CASAFARI und amtlichen Quellen.

In der Stadt Usedom im Achterland lagen die durchschnittlichen Angebotspreise im 3. Quartal 2026 laut CASAFARI Area Insights bei 3.077 €/m² für Häuser (+20,1 % zum Vorjahr) und bei 2.526 €/m² für Wohnungen (−23,6 %). Dies sind Angebotspreise aus wenigen Inseraten für die Kleinstadt am Stettiner Haff, nicht für die Ostseebäder Heringsdorf, Ahlbeck, Bansin oder Zinnowitz, die deutlich darüber liegen. Über den Kauf auf der Insel entscheiden zudem 6 % Grunderwerbsteuer in Mecklenburg-Vorpommern, Zweitwohnungssteuern, Erhaltungssatzungen und der jeweilige Bebauungsplan.

Ein Paar aus Berlin steht an einem klaren Herbsttag im Jahr 2026 am kleinen Hafen der Stadt Usedom am Usedomer See. Bis zur Seebrücke in Ahlbeck fährt man von hier aus eine gute halbe Stunde durch Wiesen und Alleen, doch auf den Immobilienportalen trennen die beiden Orte Welten. Warum wird ein freistehendes Haus mit großem Garten hier im Süden für einen Betrag inseriert, für den man an der Strandpromenade der Kaiserbäder kaum ein kleines Zwei-Zimmer-Appartement erhält? Wer auf Deutschlands zweitgrößter Insel kauft, muss zwei völlig verschiedene Teilmärkte auseinanderhalten – sowohl in den Preisstatistiken als auch im Ortsrecht.

Was kosten Häuser und Wohnungen in der Stadt Usedom im Jahr 2026?

Die in dieser Übersicht ausgewertete CASAFARI-Location-ID 532690 umfasst ausschließlich die amtsangehörige Kleinstadt Usedom am Stettiner Haff mit ihren 1.483 Einwohnern (Stand 31.12.2025 laut Bevölkerungsstand der Gemeinden 2025 des Statistischen Amtes MV), nicht die gesamte Insel im Landkreis Vorpommern-Greifswald. In diesem ruhigen Teilmarkt im Süden verzeichnete CASAFARI Area Insights im 3. Quartal 2026 (abgefragt am 23.10.2026) einen durchschnittlichen Angebotspreis von 3.077 €/m² für Häuser und 2.526 €/m² für Eigentumswohnungen, wobei statistische Ausreißer herausgerechnet wurden.

Beide Werte stützen sich auf eine sehr schmale Basis indexierter Inserate und bilden reine Angebotspreise der Verkäufer ab, keine beurkundeten Kaufpreise. Zur Einordnung im Bundesland: Der Immowelt Preiskompass schätzte die Angebotspreise für ganz Mecklenburg-Vorpommern im September 2026 auf durchschnittlich 2.631 €/m² für Wohnungen und 1.993 €/m² für Häuser (eine Portalschätzung auf Angebotsbasis, keine amtliche Statistik). Dass Häuser in der Stadt Usedom bei den Angebotspreisen deutlich über diesem Landeswert liegen, erklärt sich durch die Insellage und vereinzelte Liebhaberobjekte mit Wasserbezug zum Haff.

Warum die Kaiserbäder und Zinnowitz nicht in diesen Zahlen stecken

Wer im Alltag von Immobilienpreisen auf Usedom spricht, meint meist die Außenküste: die drei Kaiserbäder Heringsdorf, Ahlbeck und Bansin (zusammengefasst in der amtsfreien Gemeinde Ostseebad Heringsdorf) oder die weiter nördlich gelegenen Seebäder Zinnowitz, Koserow, Trassenheide und Karlshagen. Zwischen dieser rund 40 Kilometer langen Sandstrandküste und dem Achterland mit der Stadt Usedom, Stolpe am Usedomer See, Benz oder Rankwitz am Peenestrom verläuft eine strukturelle Preisgrenze.

Wie stark diese Trennung bereits beim Grund und Boden ausfällt, zeigt der Landesgrundstücksmarktbericht MV 2025 des Oberen Gutachterausschusses (Datenbasis 2024): Während die Mediane der Kaufpreise für Bauland im Küstenstreifen von Mecklenburg-Vorpommern zwischen 165 und 395 €/m² lagen, bewegten sie sich im Binnenland zwischen 40 und 165 €/m². An der Außenküste ist das Bauland weitgehend ausgeschöpft und durch den Naturpark Insel Usedom begrenzt; im Achterland kaufen hingegen vermehrt Hauptwohnsitzsuchende aus der Region oder Familien, denen wir auch in unserem Leitfaden Berlin begegnen und die ein Haus mit Grundstück zu einem Bruchteil der Seebäderpreise suchen. Polnische Käufer aus dem nahen Stettin spielen in der Stadt Usedom selbst kaum eine Rolle (Ende 2024 waren dort lediglich 12 polnische Staatsangehörige gemeldet).

Wenn Sie die Preisreihen für die Seebäder an der Ostseeküste abrufen möchten, können Sie über Location Lookup gezielt zu den eigenen Gebiets-IDs für Heringsdorf oder Zinnowitz wechseln und die Area Insights für jede Gemeinde auf Usedom getrennt auswerten.

Wie haben sich die Angebotspreise seit 2023 entwickelt?

Betrachtet man die Zeitreihe für die Stadt Usedom seit Ende 2023, fallen auf den ersten Blick große prozentuale Sprünge auf, die einer sauberen methodischen Einordnung bedürfen. Bei den Häusern stieg der durchschnittliche Angebotspreis laut CASAFARI Area Insights von 1.933,3 €/m² im 4. Quartal 2023 (dem ersten belastbaren Quartal der Reihe; der in Q1 bis Q3 2023 geführte Wert von 3.182 €/m² ist ein technischer Wiederholungswert ohne neue Daten) auf 3.077 €/m² im 3. Quartal 2026. Das entspricht einem rechnerischen Plus von 59,2 % über knapp drei Jahre beziehungsweise +20,1 % gegenüber dem 3. Quartal 2025 (2.562,9 €/m²).

Bei den Eigentumswohnungen zeigt die Kurve in die entgegengesetzte Richtung: Von 5.339 €/m² im 4. Quartal 2024 (dem ersten eindeutigen Datenpunkt nach Null-Quartalen im Jahr 2023 und im 3. Quartal 2024 sowie einem Wiederholungswert von 4.512 €/m² in Q1 und Q2 2024) ging der durchschnittliche Angebotspreis über 3.308 €/m² im 3. Quartal 2025 auf 2.526 €/m² im 3. Quartal 2026 zurück. Rechnerisch sind das −23,6 % zum Vorjahresquartal und −52,7 % seit Ende 2024, wobei auch für das 2. Quartal 2025 keine ausreichenden Inseratsdaten vorlagen.

Diese gegenläufigen Ausschläge von 10 bis über 30 % zwischen einzelnen Quartalen sind kein realer Preisverfall oder Boom, sondern das typische Muster eines sehr kleinen Marktes: Kommen in einem Quartal zwei sanierte Ferienwohnungen in Wassernähe neu ins Angebot und im nächsten drei unsanierte Bestandswohnungen im Stadtkern, verschiebt sich der Mittelwert sofort. Im bundesweiten Vergleich verlief der Markt im selben Zeitraum nahezu seitwärts. Laut dem amtlichen Häuserpreisindex Q2 2026 von Destatis (veröffentlicht am 24.09.2026) stiegen die Wohnimmobilienpreise in Deutschland im Schnitt um lediglich 0,6 % gegenüber dem Vorjahresquartal (+0,3 % zum 1. Quartal 2026). In dünn besiedelten ländlichen Kreisen gaben Eigentumswohnungen im 2. Quartal 2026 sogar leicht um 0,6 % und Ein- und Zweifamilienhäuser um 0,4 % zum Vorjahr nach. Den breiteren Kontext dazu erläutern wir in unserem Beitrag über die Trends auf dem deutschen Wohnungsmarkt.

Kennzahl / Teilmarkt Wert Veränderung zum Vorjahr Stand / Quelle
Stadt Usedom: Häuser (Angebotspreis) 3.077 €/m² +20,1 % (ggü. Q3 2025: 2.562,9 €/m²) Q3 2026, CASAFARI Area Insights
Stadt Usedom: Wohnungen (Angebotspreis) 2.526 €/m² −23,6 % (ggü. Q3 2025: 3.308 €/m²) Q3 2026, CASAFARI Area Insights
Mecklenburg-Vorpommern: Häuser / Wohnungen 1.993 €/m² / 2.631 €/m² +4,1 % / +3,2 % Sept. 2026, Immowelt Preiskompass (Portalschätzung)
Deutschland: Häuserpreisindex (amtlich) Index 100,6 (2025 = 100) +0,6 % (dünn besiedelte Kreise: Whg. −0,6 %, Häuser −0,4 %) Q2 2026, Destatis

Wer kauft auf Usedom, und was treibt die Nachfrage?

Der wichtigste wirtschaftliche Motor der Insel ist der Tourismus. Im Jahr 2024 zählte die Insel Usedom laut Statistischem Amt Mecklenburg-Vorpommern (über die Usedom Tourismus GmbH) rund 1,18 Millionen Gästeankünfte (+8,6 % gegenüber 2023) und knapp 6 Millionen Übernachtungen (+4,2 %), bei einer durchschnittlichen Aufenthaltsdauer von 5,1 Tagen. Dieser Zuspruch hielt auch zuletzt an: Nach der Tourismusstatistik MV für Januar bis Juli 2026 des Tourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern legten die Übernachtungen auf der Insel in den ersten sieben Monaten 2026 um weitere 3,0 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum zu.

Diesen Millionen Übernachtungen steht eine kleine und alternde Wohnbevölkerung gegenüber. Am 31. Dezember 2025 lebten im Amt Usedom-Süd 10.828 Menschen und im Amt Usedom-Nord 9.223 Menschen (hinzu kommt die amtsfreie Gemeinde Ostseebad Heringsdorf). In der Stadt Usedom selbst sank die Einwohnerzahl von 1.499 Ende 2024 auf 1.483 Ende 2025; bereits Ende 2024 waren 498 der 1.499 Einwohner 65 Jahre oder älter, was einem Anteil von 33 % entspricht.

Die Kaufnachfrage für Ferienwohnungen und Zweitwohnsitze kommt ganz überwiegend aus Deutschland: vor allem aus dem Großraum Berlin (mit dem Auto über die A11 und B110 in rund zweieinhalb bis drei Stunden erreichbar), aus Hamburg, Brandenburg, Sachsen und Nordrhein-Westfalen. Ergänzt wird die Straßenanbindung durch die Usedomer Bäderbahn (UBB) mit Anschluss in Züssow sowie saisonale Flüge zum Flughafen Heringsdorf. Trotz der steigenden Übernachtungszahlen sollten Kapitalanleger jedoch beachten, dass die Ertragslage im Gastgewerbe und in der Ferienvermietung durch hohe Betriebskosten und die Konzentration auf die Hauptsaison von Mai bis September anspruchsvoller geworden ist.

Welche Steuern und Satzungen treffen Zweitwohnung und Ferienvermietung?

Wer eine Immobilie auf Usedom zur Eigennutzung in den Ferien oder zur touristischen Vermietung erwirbt, sollte neben dem Kaufpreis vor allem die gemeindlichen Satzungen und Kaufnebenkosten prüfen. Für ausländische Käufer aus der EU oder aus Drittstaaten gibt es in Deutschland keinerlei Erwerbsbeschränkungen; die steuerlichen und baurechtlichen Spielregeln gelten für alle Eigentümer gleichermaßen.

  • Grunderwerbsteuer und Kaufnebenkosten: Beim Kauf fällt die Grunderwerbsteuer in Mecklenburg-Vorpommern laut Steuerportal MV in Höhe von 6 % der Gegenleistung (in der Regel des Kaufpreises) an. Dieser Satz gilt seit dem 1. Juli 2019 unverändert auch für Ferien- und Zweitwohnungen. Hinzu kommen etwa 1,5 bis 2 % für Notar und Grundbucheintragung sowie bei Einschaltung eines Maklers ein Käuferanteil an der Provision von üblicherweise 2,975 bis 3,57 % inklusive Mehrwertsteuer.
  • Zweitwohnungssteuer: Die Gemeinden auf Usedom besteuern das Innehaben einer Zweitwohnung über eigene Satzungen. In den Kaiserbädern wurde die Zweitwohnungssteuersatzung der Gemeinde Ostseebad Heringsdorf am 19. Dezember 2024 neu gefasst (Beschluss 24/0736); reine Kapitalanlagewohnungen ohne Eigennutzungsmöglichkeit sind dort nach § 2 Abs. 5 nicht steuerpflichtig (Sekundärquellen nennen für Heringsdorf einen Steuersatz von 22 % des jährlichen Mietaufwands; für abweichende Sätze in anderen Inselgemeinden sollten Käufer vorab die jeweils aktuelle Satzung der Gemeinde bzw. des Amtes einsehen).
  • Wohnraumerhaltungssatzungen (§ 172 BauGB): Um den Verdrängungsdruck auf den regulären Wohnungsmarkt zu begrenzen, setzen Seebäder im Norden auf Erhaltungssatzungen. So ist im Ortsrecht der Gemeinde Karlshagen beim Amt Usedom-Nord eine Satzung zur Erhaltung der Zusammensetzung der Wohnbevölkerung (gelistet mit Datum 01.10.2026) verankert; vergleichbare Instrumente bestehen in Zinnowitz und Trassenheide. Eine Nutzungsänderung von Dauerwohnen zu Ferienwohnen bedarf dort einer ausdrücklichen Genehmigung.
  • Bebauungsplan und Nutzung: Unabhängig von einer Erhaltungssatzung entscheidet der Bebauungsplan (B-Plan), ob eine Einheit als reguläre Wohnung oder als Ferienwohnung genehmigt ist. Viele Appartements in den Seebädern sind baurechtlich als Ferienwohnungen ausgewiesen und dürfen nicht als dauerhafter Hauptwohnsitz genutzt werden – und umgekehrt darf eine reine Dauerwohnung im Allgemeinen Wohngebiet nicht ohne Weiteres an wechselnde Feriengäste vermietet werden. Prüfen Sie die Baugenehmigung zwingend vor dem Notartermin.
  • Kurabgabe und Fremdenverkehrsabgabe: Seit dem 1. Januar 2026 gilt eine gemeinsame Kurabgabesatzung der Tourismusregion Insel Usedom und der Stadt Wolgast. Wer an Feriengäste vermietet, ist verpflichtet, die Gäste anzumelden und die Kurabgabe einzuziehen sowie abzuführen; in den Ostseebädern wird von Vermietern zudem eine Fremdenverkehrsabgabe erhoben.

Wie lässt sich ein Angebot auf Usedom richtig einordnen?

Weil in kleineren Inselgemeinden wie der Stadt Usedom in manchen Quartalen nur eine Handvoll Objekte inseriert wird, reicht ein einzelner Orts-Mittelwert für eine belastbare Preisfindung nicht aus. Makler, Bewerter und Käufer erhalten ein verlässlicheres Bild, wenn sie konkrete Vergleichsobjekte (Comparables) über die gesamte Insel sowie das angrenzende Festland um Wolgast und Anklam heranziehen. Wie Sie solche Vergleiche systematisch aufbauen, zeigen wir auf unserer Seite zur Bewertung mit Comparables und Marktstudie.

Eigentümer auf Usedom, die über einen Verkauf nachdenken, können als ersten Orientierungspunkt unsere Online-Immobilienbewertung für Eigentümer nutzen und diese anschließend mit den amtlichen Bodenrichtwerten des Gutachterausschusses für den Landkreis Vorpommern-Greifswald abgleichen. Für weitere regionale Marktanalysen finden Sie in unserer Übersicht alle Leitfäden für Deutschland.

Wenn Sie als Immobilienprofi oder Entwickler eigene Analysen für die Gemeinden in Mecklenburg-Vorpommern aufsetzen möchten, finden Sie die technischen Details in der Dokumentation zu Area Insights (auf Englisch) sowie in der Dokumentation zu Comparables und Bewertung (auf Englisch). Sie können jederzeit direkt ein Konto auf platform.casafari.com anlegen, um die Marktdaten für die Stadt Usedom, Heringsdorf oder Zinnowitz selbst abzufragen.

Häufig gestellte Fragen

Was kostet eine Ferienwohnung auf Usedom?

In der Kleinstadt Usedom im Achterland lagen Eigentumswohnungen im 3. Quartal 2026 laut CASAFARI Area Insights im Durchschnitt bei 2.526 €/m² Angebotspreis, wobei diese Reihe auf sehr wenigen Inseraten beruht. Für die Ostseebäder Heringsdorf, Ahlbeck, Bansin und Zinnowitz existieren in CASAFARI eigene Gebiets-IDs; dort liegen die Preise aufgrund der direkten Strandlage deutlich höher. Bitte beachten Sie, dass es sich bei den CASAFARI-Area-Insights-Werten in diesem Leitfaden um Angebotspreise aus Inseraten und nicht um beurkundete Kaufpreise handelt.

Wie hoch ist die Zweitwohnungssteuer auf Usedom?

Die Zweitwohnungssteuer wird von jeder Gemeinde auf der Insel über eine eigene Satzung festgelegt und bemißt sich in der Regel am jährlichen Mietaufwand. Die Gemeinde Ostseebad Heringsdorf (mit Ahlbeck und Bansin) hat ihre Zweitwohnungssteuersatzung am 19. Dezember 2024 neu beschlossen, wobei Sekundärquellen einen Steuersatz von 22 % nennen; reine Kapitalanlagewohnungen ohne Eigennutzungsmöglichkeit sind dort nach § 2 Abs. 5 von der Steuer ausgenommen. Da die Steuersätze und Befreiungstatbestände je nach Ort variieren, sollten Käufer vor dem Erwerb immer die aktuelle Satzung der jeweiligen Gemeinde oder des zuständigen Amtes Usedom-Nord bzw. Usedom-Süd prüfen.

Wie hoch ist die Grunderwerbsteuer beim Kauf auf Usedom?

Beim Immobilienkauf auf Usedom fällt die Grunderwerbsteuer des Landes Mecklenburg-Vorpommern an, die seit dem 1. Juli 2019 einheitlich 6 % der Gegenleistung (in der Regel des Kaufpreises) beträgt. Dieser Steuersatz gilt laut dem Steuerportal Mecklenburg-Vorpommern unabhängig davon, ob Sie das Objekt als Hauptwohnsitz, Zweitwohnung oder zur Ferienvermietung nutzen. Zusätzlich sollten Sie etwa 1,5 bis 2 % für Notar- und Grundbuchkosten sowie bei Maklerbeteiligung üblicherweise 2,975 bis 3,57 % Käuferprovision einkalkulieren.

Darf ich eine Wohnung in Zinnowitz oder Karlshagen als Ferienwohnung vermieten?

Eine Vermietung an wechselnde Feriengäste ist nur zulässig, wenn sowohl der Bebauungsplan als auch die konkrete Baugenehmigung der Einheit die Nutzung als Ferienwohnen erlauben. Zudem gelten in Seebädern wie Karlshagen, Trassenheide und Zinnowitz Erhaltungssatzungen nach § 172 BauGB, durch die eine Nutzungsänderung von Dauerwohnraum zu Ferienwohnraum einer ausdrücklichen Genehmigung der Gemeinde bedarf. Prüfen Sie daher vor dem Kaufvertrag beim Amt Usedom-Nord zwingend die Baugenehmigung und den geltenden Bebauungsplan.

Lohnt sich eine Ferienimmobilie auf Usedom als Kapitalanlage?

Die touristische Nachfrage auf der Insel ist hoch: 2024 wurden knapp 6 Millionen Übernachtungen gezählt, und von Januar bis Juli 2026 stiegen die Übernachtungszahlen um weitere 3,0 % zum Vorjahreszeitraum. Demgegenüber stehen jedoch laufende Kosten und Pflichten, die oft unterschätzt werden, darunter die Zweitwohnungssteuer bei Eigennutzungsmöglichkeit, die Abrechnung der Kurabgabe, die Fremdenverkehrsabgabe, Verwaltungskosten sowie eine starke Saisonalität zwischen Mai und September bei durchschnittlich 5,1 Tagen Aufenthaltsdauer. Da für die Stadt Usedom keine valide Mietpreisreihe vorliegt, muss die Wirtschaftlichkeit immer am einzelnen Objekt und dessen zulässiger Nutzung berechnet werden.

Wo ist es auf Usedom am günstigsten?

Deutlich günstiger als an der Außenküste ist es im sogenannten Achterland im Inneren und Süden der Insel, also in der Stadt Usedom, in Stolpe, Benz oder Rankwitz am Stettiner Haff und am Peenestrom. Den strukturellen Unterschied zeigt bereits der Landesgrundstücksmarktbericht MV 2025: Während Bauland im Küstenstreifen 2024 im Median zwischen 165 und 395 €/m² kostete, lag es im Binnenland bei 40 bis 165 €/m². In der Stadt Usedom wurden Häuser im 3. Quartal 2026 im Schnitt für 3.077 €/m² und Wohnungen für 2.526 €/m² angeboten, wobei die Werte wegen der geringen Zahl an Inseraten von Quartal zu Quartal stark schwanken.