Immobilienpreise in Sankt Pölten: Was Wohnungen 2026 kosten
Angebotspreise, Mieten und Rendite für Wohnungen in St. Pölten, wöchentlich aktualisiert aus CASAFARI Area Insights.
Im 3. Quartal 2026 liegt der durchschnittliche Angebotspreis für Eigentumswohnungen in Sankt Pölten laut CASAFARI Area Insights bei 2.881,2 €/m² – das sind 7,1 % mehr als im Vorjahresquartal und 13,3 % über dem Tief vom 2. Quartal 2024 (2.542,2 €/m²). Die Angebotsmieten erreichen 10,9 €/m² im Monat, woraus sich eine indikative Bruttorendite von rund 4,5 % ergibt. Es handelt sich um Angebotspreise aus indexierten Inseraten, nicht um Grundbuchpreise; damit liegt die Landeshauptstadt rund 25 bis 30 Bahnminuten von Wien entfernt unter dem niederösterreichischen Median von 3.089 €/m² (Statistik Austria, 2025).
Ein junges Paar aus Wien-Favoriten steigt am Hauptbahnhof in den Railjet. Keine halbe Stunde später steht es in Sankt Pölten vor einem Gründerzeithaus nahe dem Herrenplatz und besichtigt eine helle 75-Quadratmeter-Wohnung. Der aufgerufene Preis liegt deutlich unter dem, was die beiden aus den Wiener Außenbezirken oder aus Mödling und Baden gewohnt sind. Genau diese Rechnung – eine halbe Stunde Pendelzeit gegen zehntausende Euro weniger Kreditbedarf – treibt den Wohnungsmarkt der niederösterreichischen Landeshauptstadt seit Anfang 2026 wieder spürbar an.
Was kostet eine Wohnung in Sankt Pölten?
Wer im 3. Quartal 2026 in Sankt Pölten eine Eigentumswohnung sucht, sieht sich in den Portalen mit einem durchschnittlichen Angebotspreis von 2.881,2 €/m² konfrontiert (CASAFARI Area Insights, Location-ID 1337, abgefragt am 23. Oktober 2026; Ausreißer sind bereinigt). Für eine typische Drei-Zimmer-Wohnung mit 70 m² Wohnfläche bedeutet das einen inserierten Kaufpreis von rund 201.700 €. Dazu kommen in Österreich die Kaufnebenkosten von üblicherweise 8 bis 12 % des Kaufpreises.
Ein Blick auf die amtlichen Transaktionsdaten zeigt, wie günstig Sankt Pölten im österreichischen Vergleich positioniert ist. Laut den Immobilien-Durchschnittspreisen 2025 der Statistik Austria (veröffentlicht am 28. Mai 2026 auf Basis der Grundbucheintragungen) lag der mediane Quadratmeterpreis für Wohnungen in ganz Niederösterreich im Jahr 2025 bei 3.089 €/m², im Österreich-Schnitt sogar bei 4.162 €/m². Für Einfamilienhäuser in Niederösterreich weist die Statistik Austria für 2025 einen Median von 2.653 €/m² aus. Der niederösterreichische Wohnungsschnitt wird stark vom hochpreisigen Wiener Speckgürtel rund um Mödling, Baden, Klosterneuburg und Schwechat nach oben gezogen.
Wichtig für Ihre Kalkulation: Die CASAFARI-Zahlen messen, was Verkäufer und Bauträger in den Inseraten verlangen. Die tatsächlich im Grundbuch verbücherten Kaufpreise liegen im Bezirk erfahrungsgemäß unter den Angebotspreisen, weil zwischen Erstinserat und Kaufvertrag verhandelt wird und hochpreisige Neubauprojekte länger in den Portalen sichtbar bleiben als rasch verkaufte Bestandswohnungen.
Wie haben sich die Preise seit 2023 entwickelt?
Die jüngere Preisgeschichte von Sankt Pölten liest sich wie ein Lehrbuchbeispiel für die Zinswende in einer mittelgroßen österreichischen Stadt. Im 4. Quartal 2023 – dem ersten Quartal mit vollständiger Datenbasis in der Reihe – lagen die Angebotspreise bei 2.906 €/m². Mit den gestiegenen Kreditzinsen und den strengen Vergaberegeln gaben die Forderungen der Verkäufer nach und erreichten im 2. Quartal 2024 bei 2.542,2 €/m² ihren Tiefpunkt.
Durch das Jahr 2025 bewegte sich der Markt seitwärts in einer Spanne zwischen rund 2.598 und 2.956 €/m², im 3. Quartal 2025 standen 2.689,8 €/m² zu Buche. Seit Jahresbeginn 2026 ziehen die Angebotspreise nun drei Quartale in Folge an:
- 1. Quartal 2026: 2.641,0 €/m²
- 2. Quartal 2026: 2.820,6 €/m²
- 3. Quartal 2026: 2.881,2 €/m² (+2,1 % gegenüber dem Vorquartal)
Damit liegen die Angebotspreise im 3. Quartal 2026 um 7,1 % über dem Vorjahreswert (Q3 2025) und um 13,3 % über dem Tief vom Frühjahr 2024. Zum Ausgangswert vom 4. Quartal 2023 (2.906 €/m²) fehlen lediglich 0,9 %.
Ein Hinweis zur Datenqualität: In der historischen Reihe von CASAFARI ist für das 1. bis 3. Quartal 2023 dreimal derselbe Wert von 3.134,8 €/m² hinterlegt, weil in diesen drei Quartalen keine neuen Inseratedaten für diese Zeitreihe indexiert wurden. Dieser schraffierte Bereich im Diagramm markiert eine Datenlücke und keinen Preissturz. Da eine Stadt mit rund 60.000 Einwohnern naturgemäß weniger Transaktionen verzeichnet als Wien oder Graz, kann ein einzelnes größeres Neubauprojekt den Quartalsschnitt um einige Prozentpunkte bewegen; lesen Sie die Richtung daher immer über vier Quartale. Mehr zur Berechnung unserer Zeitreihen finden Sie auf unserer Seite zu den Trends auf dem Wohnungsmarkt.
Läuft Sankt Pölten mit dem österreichischen Markt oder voraus?
Der Aufschwung in Sankt Pölten ist kein lokales Strohfeuer, sondern Teil einer landesweiten Trendwende, bei der die niederösterreichische Landeshauptstadt im Jahr 2026 sogar etwas schneller dreht als der Durchschnitt. Laut dem vorläufigen Häuserpreisindex der Statistik Austria (veröffentlicht am 23. September 2026) stiegen die transaktionsbasierten Immobilienpreise in Österreich im 2. Quartal 2026 um 5,1 % gegenüber dem Vorjahresquartal und markierten mit einem Indexstand von 105,00 (Basis 2025) ein neues Allzeithoch über dem bisherigen Spitzenwert aus dem 3. Quartal 2022. Im 1. Halbjahr 2026 betrug das Plus 3,9 %.
Auch der Wohnimmobilienpreisindex der OeNB (Stand 16. September 2026) bestätigt die Richtung: Nach Rückgängen in den Jahren 2023 (−1,6 %) und 2024 (−2,1 %) sowie einem leichten Plus von 1,0 % im Gesamtjahr 2025 legte der Gesamtindex im 2. Quartal 2026 um 3,6 % zum Vorjahr zu. Für Österreich ohne Wien weist die Nationalbank ein Plus von 4,2 % aus.
| Kennzahl / Index | Veränderung zum Vorjahr | Stand / Zeitraum | Datenbasis |
|---|---|---|---|
| CASAFARI Wohnungen St. Pölten | +7,1 % | Q3 2026 | Angebotspreise (Inserate) |
| Statistik Austria Häuserpreisindex (AT) | +5,1 % | Q2 2026 | Transaktionspreise |
| OeNB-Index Österreich ohne Wien | +4,2 % | Q2 2026 | Transaktions- und Schätzdaten |
| OeNB-Index Österreich gesamt | +3,6 % | Q2 2026 | Transaktions- und Schätzdaten |
Beim Blick auf die Grafik ist die unterschiedliche Erhebungsbasis zu beachten: CASAFARI zeigt Angebotspreise aus dem 3. Quartal 2026, während Statistik Austria und OeNB Transaktionsindizes für das 2. Quartal 2026 abbilden. Angebotspreise laufen den Grundbuchdaten in Aufschwungphasen meist um ein bis zwei Quartale voraus.
Parallel zu den Preisen zieht auch das Transaktionsvolumen kräftig an. Laut dem RE/MAX-ImmoSpiegel Eigentumswohnungsmarkt 2025 (auf Basis der IMMOunited-Grundbuchdaten, veröffentlicht am 1. April 2026) wurden in Niederösterreich im Jahr 2025 genau 4.563 Wohnungsverkäufe verbüchert – ein Zuwachs von 22,4 % gegenüber 2024 (Österreich gesamt: 40.576 Verkäufe, +21,7 %). Im ersten Halbjahr 2026 setzte sich diese Dynamik fort: Die IMMOunited-Halbjahresanalyse 2026 zählte in Niederösterreich bis zum 30. Juni 2026 bereits 7.487 Wohnimmobilientransaktionen nach 6.056 im Vorjahreszeitraum, was einem Plus von 23,6 % entspricht.
Wer kauft in Sankt Pölten und warum?
Sankt Pölten ist kein Markt für Ferienwohnungen oder internationale Luxuskäufer, wie man sie aus Kitzbühel, Salzburg oder der Wiener Innenstadt kennt. Zweitwohnsitze spielen hier praktisch keine Rolle. Gekauft und gemietet wird für den Alltag – und zwar von drei klar umrissenen Gruppen:
- Regionale Eigennutzer und Erstkäufer: Junge Paare und Familien aus der Stadt und dem umliegenden Mostviertel, die nach dem Zinsrückgang und dem Auslaufen der verbindlichen KIM-Verordnung wieder eine Finanzierung erhalten. Gesucht werden vor allem Wohnungen zwischen 60 und 90 m² in Stadtteilen wie Spratzern, Wagram, Viehofen oder in den Neubauquartieren entlang der Traisen.
- Wien-Pendler und Familien aus dem Speckgürtel: Durch die Hochleistungsstrecke der Westbahn ist der Hauptbahnhof Sankt Pölten mit dem Railjet der ÖBB in rund 25 bis 30 Minuten mit Wien Hauptbahnhof und Wien Meidling verbunden. Viele Haushalte weichen aus den teuren Wiener Bezirken in die äußeren Katastralgemeinden wie Ratzersdorf, Stattersdorf oder Pottenbrunn aus, wo ein Reihenhaus oder Einfamilienhaus oft nicht mehr kostet als eine mittelgroße Etagenwohnung in Wien.
- Private Vorsorgewohnungs-Anleger: Kleinanleger aus Wien und Niederösterreich, die ein bis drei Neubau- oder sanierte Bestandswohnungen kaufen, um sie an Studierende, Klinikpersonal oder Landesbedienstete zu vermieten.
Das Fundament dieses Marktes ist eine verlässliche lokale Arbeitsplatz- und Bevölkerungsstruktur. Seit der Erhebung zur Landeshauptstadt 1986 hat sich um das Regierungsviertel (Landhausviertel), das Universitätsklinikum Sankt Pölten, die Gerichte sowie die Fachhochschule Sankt Pölten und die Bertha von Suttner Privatuniversität ein kräftiger Dienstleistungssektor gebildet. Laut der Bezirksstatistik St. Pölten des Landes Niederösterreich (Daten der Statistik Austria) überschritt die Statutarstadt am 1. Jänner 2026 mit 60.112 Einwohnern erstmals die Marke von 60.000 (zum Vergleich: 2011 waren es 51.955 Einwohner). Das Wachstum wird vollständig von der Zuwanderung getragen: Während die Geburtenbilanz 2025 mit −94 leicht negativ ausfiel, verzeichnete die Stadt einen positiven Wanderungssaldo von +438 Personen im Jahr 2025 (nach +1.040 im Jahr 2024 und +1.320 im Jahr 2023). Der Anteil ausländischer Staatsangehöriger lag zum Stichtag 31. Oktober 2024 bei 22,3 % (13.307 von 59.645 Einwohnern laut Statistik Austria), die überwiegend als Mieter am Markt auftreten.
Wie hoch sind die Mieten und was bringt eine Vorsorgewohnung?
Für Mieter und Anleger zeigt Sankt Pölten ein deutlich ruhigeres Bild als beim Kauf, aber mit einer im österreichischen Städtevergleich überdurchschnittlichen laufenden Verzinsung. Im 3. Quartal 2026 liegt die durchschnittliche Angebotsmiete für Wohnungen laut CASAFARI Area Insights bei 10,9 €/m² pro Monat. Gegenüber dem 3. Quartal 2025 (10,4 €/m²) entspricht das einem Anstieg von 4,8 %, gegenüber dem 3. Quartal 2024 (10,0 €/m²) einem Plus von 9,0 %.
Setzt man die Jahresmiete von 12 × 10,9 €/m² (130,8 €/m²) ins Verhältnis zum durchschnittlichen Angebotspreis von 2.881,2 €/m², ergibt sich für das 3. Quartal 2026 eine indikative Bruttomietrendite von rund 4,5 %. Zwischen dem 1. Quartal 2024 und dem 3. Quartal 2026 bewegte sich diese Kennzahl in einem Korridor zwischen 4,1 % (Q4 2024) und 5,0 % (Q4 2025) – fast spiegelbildlich zur Kaufpreisentwicklung: Als die Kaufpreise 2024 und 2025 nachgaben, kletterte die Einstiegsrendite auf bis zu 5 %, mit den steigenden Kaufpreisen 2026 hat sie sich wieder bei 4,5 % eingependelt.
Für die Kalkulation einer Vorsorgewohnung müssen Sie von dieser Bruttozahl zwingend den Weg zur Nettorendite rechnen:
- Kaufnebenkosten: Durch Grunderwerbsteuer, Grundbuch, Vertragserrichtung und Provision erhöht sich das eingesetzte Kapital um 8 bis 12 %.
- Nicht umlagefähige Kosten: Rücklagenbildung (Instandhaltungsrücklage nach WEG), Verwaltungshonorare, eventuelles Mietausfallwagnis und Leerstand zwischen zwei Mietverhältnissen schmälern den Ertrag.
- Mietrechtliche Einordnung: Prüfen Sie vor dem Kauf genau das Baujahr des Gebäudes. Altbauwohnungen (Baubewilligung bis 1945) im Vollanwendungsbereich des Mietrechtsgesetzes (MRG) unterliegen dem Richtwertmietzins. Für Niederösterreich beträgt der Richtwert seit dem 1. April 2026 genau 6,92 €/m² (zuvor 6,85 €/m²), wie aus der Übersicht zu den Richtwerten ab April 2026 bei der Mietervereinigung hervorgeht. Durch das 5. Mietrechtliche Inflationslinderungsgesetz (5. MILG) wurde die Anpassung 2026 auf 1 % und für 2027 auf maximal 2 % gedeckelt, zudem wurden die Regeln für Wertsicherungsklauseln verschärft. Frei finanzierte Neubauwohnungen und der Großteil des Nachkriegsbestands fallen hingegen nur in den Teilanwendungsbereich des MRG, in dem ein freier Mietzins vereinbart werden kann.
Bedenken Sie zudem, dass Sankt Pölten über einen traditionell großen Bestand an gemeinnützigen Genossenschaftswohnungen verfügt, der die Zahlungsbereitschaft bei freien Mieten nach oben begrenzt. Ob sich ein konkretes Objekt rechnet, prüfen Sie am besten auf Objektebene mit Comparables und unserer Marktstudie für einzelne Objekte.
Welche Kosten und Regeln gelten beim Kauf in Niederösterreich?
Wer in Sankt Pölten eine Wohnung oder ein Haus erwirbt, unterliegt dem österreichischen Bundesrecht für Steuern und Gebühren sowie dem niederösterreichischen Landesrecht beim Grundverkehr.
Kaufnebenkosten: Planen Sie zusätzlich zum Kaufpreis insgesamt 8 bis 12 % an Nebenkosten ein. Die wichtigsten gesetzlichen Posten nach dem Grunderwerbsteuergesetz (GrEStG) und dem Gerichtsgebührengesetz (GGG) sind:
- Grunderwerbsteuer: 3,5 % vom Kaufpreis
- Grundbuch-Eintragungsgebühr: 1,1 % vom Kaufpreis für die Eintragung des Eigentumsrechts
- Pfandrechtseintragung: 1,2 % des Pfandrechtsbetrags, sofern der Kauf über ein Hypothekardarlehen finanziert wird
- Vertragserrichtung und Treuhandabwicklung: durch Notar oder Rechtsanwalt (meist 1 bis 3 % zzgl. USt. und Barauslagen)
- Maklerprovision: bis zu 3 % des Kaufpreises zzgl. 20 % USt.
Finanzierung nach der KIM-Verordnung: Die verbindliche Kreditinstitute-Immobilienfinanzierungsmaßnahmen-Verordnung (KIM-V), die vom 1. August 2022 bis zum 30. Juni 2025 galt, wurde nicht verlängert. Seit dem 1. Juli 2025 empfiehlt die Finanzmarktaufsicht (FMA) in ihrem WIK-Rundschreiben die bisherigen Obergrenzen – maximal 90 % Beleihungsquote (mindestens 20 % Eigenmittel inklusive Nebenkosten), maximal 40 % Schuldendienstquote vom Nettohaushaltseinkommen und höchstens 35 Jahre Laufzeit – als unverbindliche Richtlinie weiter. Eine juristische Einordnung dazu, was nach dem Ende der KIM-Verordnung gilt, zeigt: Die meisten österreichischen Banken halten sich in der Vergabepraxis weiterhin eng an diese Kennzahlen, haben aber bei bonitätsstarken Käufern wieder mehr Spielraum.
Ausländergrundverkehr: Wie der Leitfaden zum Grundverkehr in Niederösterreich für ausländische Käufer (Stand Juni 2026) erläutert, sind Staatsbürger der EU und des EWR nach dem NÖ Grundverkehrsgesetz 2007 österreichischen Käufern gleichgestellt; eine entsprechende Erklärung im Kaufvertrag genügt. Drittstaatsangehörige benötigen hingegen eine grundverkehrsbehördliche Genehmigung der Niederösterreichischen Landesregierung. Der Antrag muss binnen drei Monaten nach Vertragsunterzeichnung gestellt werden; bis zum Vorliegen des Bescheids ist der Kaufvertrag schwebend unwirksam und kann nicht im Grundbuch durchgeführt werden.
Welche Risiken sollte man kennen?
So solide sich die Fundamentaldaten der Landeshauptstadt präsentieren, so nüchtern sollten Käufer und Anleger fünf Marktmechanismen im Blick behalten:
- Angebotspreis ist nicht Transaktionspreis: Die hier ausgewiesenen 2.881,2 €/m² spiegeln die Vorstellungen der Verkäufer wider. In den Grundbuchauswertungen für den Stadtbezirk liegen die realisierten Quadratmeterpreise im Bestand darunter; rechnen Sie beim Verkauf mit Verhandlungsspielraum und beim Kauf mit einem genauen Blick auf den Zustand.
- Kleiner Markt mit Mix-Effekten: In einer Stadt dieser Größe reichen ein oder zwei größere Neubauprojekte an der Traisen oder in Viehofen aus, um den durchschnittlichen Angebotspreis eines einzelnen Quartals nach oben zu ziehen, ohne dass jede Bestandswohnung im selben Maß teurer geworden ist.
- Zinsabhängigkeit der Erstkäufer: Die Belebung seit Anfang 2026 hängt unmittelbar an den gesunkenen Hypothekarzinsen. Sollten die Finanzierungskosten wieder steigen, reagiert ein preissensibler Pendler- und Erstkäufermarkt schneller als die Wiener Innenbezirke.
- Nachlassende Zuwanderungsdynamik: Zwar wächst Sankt Pölten weiter, doch der Wanderungssaldo hat sich von +1.320 Personen (2023) über +1.040 (2024) auf +438 im Jahr 2025 verlangsamt, während die Geburtenbilanz negativ ist (−94 im Jahr 2025).
- Neubaupipeline und Genossenschaften: Das laufende Neubauangebot schafft moderne Konkurrenz für unsanierte Wohnungen der 1960er- und 1970er-Jahre. Gleichzeitig dämpft der starke gemeinnützige Wohnbau das Potenzial für Mietsteigerungen im freien Segment.
Wie prüft man diese Zahlen selbst?
Alle Preis- und Mietreihen in diesem Marktbericht stammen aus Area Insights für jede Gemeinde Österreichs (für Sankt Pölten unter der Location-ID 1337 über Location Lookup abrufbar) und werden wöchentlich aus den indexierten Inseraten aktualisiert. Wenn Sie als Eigentümer einschätzen möchten, wo Ihre eigene Liegenschaft im aktuellen Marktumfeld steht, nutzen Sie unsere Online-Immobilienbewertung. Makler, Bauträger und Anleger, die den Markt aktiv nach passenden Objekten durchsuchen, bündeln mit Property Sourcing alle Angebote in St. Pölten an einem Ort, bereinigt um Dubletten über die verschiedenen Portale hinweg.
Für Entwickler und Analysten, die Marktdaten direkt in eigene Bewertungsmodelle, Dashboards oder Kreditprozesse einbinden möchten, stehen die Zeitreihen über unsere API und Casafari MCP bereit (die Abrechnung erfolgt transparent über Tokens). Die technische Beschreibung der Endpunkte finden Sie in der Area-Insights-Dokumentation für Entwickler (auf Englisch) sowie in der Comparables-Dokumentation für Entwickler (auf Englisch). Sie können jederzeit selbstständig ein Konto auf platform.casafari.com anlegen und die Daten für Sankt Pölten oder jede andere österreichische Gemeinde abrufen.
Häufig gestellte Fragen
Was kostet eine Eigentumswohnung in St. Pölten pro Quadratmeter?
Im 3. Quartal 2026 liegt der durchschnittliche Angebotspreis für Eigentumswohnungen in Sankt Pölten laut CASAFARI Area Insights bei 2.881,2 €/m². Für eine 70-m²-Wohnung entspricht das einem inserierten Kaufpreis von rund 201.700 € vor Kaufnebenkosten. Da es sich um Angebotspreise aus Immobilienportalen handelt, liegen die tatsächlich im Grundbuch verbücherten Transaktionspreise in der Regel etwas darunter.
Steigen die Immobilienpreise in St. Pölten wieder?
Ja, die Angebotspreise für Wohnungen sind 2026 drei Quartale in Folge gestiegen: von 2.641,0 €/m² im 1. Quartal über 2.820,6 €/m² im 2. Quartal auf 2.881,2 €/m² im 3. Quartal 2026 (+7,1 % gegenüber dem Vorjahr). Das Tief nach der Zinskorrektur lag im 2. Quartal 2024 bei 2.542,2 €/m². Auch österreichweit verzeichnet der Häuserpreisindex der Statistik Austria im 2. Quartal 2026 ein Plus von 5,1 % zum Vorjahr und damit ein neues Allzeithoch.
Wie hoch sind die Mieten in St. Pölten?
Die durchschnittliche Angebotsmiete für Wohnungen beträgt im 3. Quartal 2026 laut CASAFARI Area Insights 10,9 €/m² pro Monat, was einem Anstieg von 4,8 % gegenüber dem Vorjahresquartal entspricht. Für Altbauwohnungen (Baubewilligung vor 1945) im Vollanwendungsbereich des Mietrechtsgesetzes gilt in Niederösterreich seit dem 1. April 2026 ein Richtwert von 6,92 €/m² zuzüglich gesetzlicher Zu- und Abschläge. Bei frei finanzierten Neubauten und dem Großteil des Nachkriegsbestands sind die Mieten hingegen weitgehend frei vereinbar.
Lohnt sich eine Vorsorgewohnung in St. Pölten?
Auf Basis der durchschnittlichen Angebotspreise (2.881,2 €/m²) und Angebotsmieten (10,9 €/m²) errechnet sich im 3. Quartal 2026 eine indikative Bruttorendite von rund 4,5 %, nachdem sie seit 2024 zwischen 4,1 % und 5,0 % pendelte. Nach Abzug von Kaufnebenkosten, Rücklagen, Verwaltung, Steuern und eventuellem Leerstand fällt die Nettorendite entsprechend niedriger aus. Für den Standort spricht die verlässliche Mieterbasis durch Landesverwaltung, Universitätsklinikum und Fachhochschule; begrenzend wirken die Neubaupipeline und der große gemeinnützige Wohnbausektor.
Welche Nebenkosten fallen beim Wohnungskauf in Niederösterreich an?
Beim Immobilienkauf in Österreich fallen gesetzlich 3,5 % Grunderwerbsteuer sowie 1,1 % Grundbuch-Eintragungsgebühr vom Kaufpreis an. Wird der Kauf über einen Kredit finanziert, kommen 1,2 % für die Eintragung des Pfandrechts im Grundbuch hinzu. Zusammen mit den Kosten für die Vertragserrichtung durch Notar oder Rechtsanwalt und einer allfälligen Maklerprovision sollten Käufer insgesamt 8 bis 12 % des Kaufpreises für Nebenkosten einplanen.
Dürfen Ausländer in St. Pölten Immobilien kaufen?
Staatsangehörige aus der EU und dem EWR sind nach dem NÖ Grundverkehrsgesetz 2007 österreichischen Käufern gleichgestellt und geben beim Kauf lediglich eine entsprechende Erklärung ab. Drittstaatsangehörige benötigen hingegen eine Genehmigung der Niederösterreichischen Landesregierung, die binnen drei Monaten nach Vertragsunterzeichnung beantragt werden muss. Bis zur Erteilung dieser Genehmigung bleibt der Kaufvertrag schwebend unwirksam und kann nicht im Grundbuch eingetragen werden.