Immobilienpreise in Wels: Was Wohnungen 2026 kosten

Angebotspreise, Mieten und Renditen für Oberösterreichs zweitgrößte Stadt, Quartal für Quartal aus CASAFARI Area Insights.

Eine Eigentumswohnung in Wels wird im 3. Quartal 2026 durchschnittlich um 2.955,4 €/m² angeboten (CASAFARI Area Insights, Angebotspreise aus indexierten Inseraten, Ausreißer bereinigt). Das sind 4,4 % mehr als vor einem Jahr und wieder das Niveau von Ende 2023, nach einem Tief von 2.643,6 €/m² im 2. Quartal 2024. Die Angebotsmieten liegen bei 12,7 €/m² pro Monat, die rechnerische Bruttorendite bei rund 5,2 %. Es handelt sich um Angebotspreise, nicht um Kaufpreise aus dem Grundbuch – und das Niveau liegt deutlich unter jenem in Linz.

Wer am Welser Hauptbahnhof aus dem Zug steigt, ist gerade einmal 25 Minuten von Linz entfernt. Ein Paar aus der Landeshauptstadt, das hier nach einer 70-m²-Eigentumswohnung sucht, stößt im Herbst 2026 auf einen rechnerischen Angebotspreis von rund 207.000 €. Vor zwei Jahren, mitten in der Zinswende, war die Verunsicherung groß, ob man mit dem Kauf noch zuwarten soll. Wer heute auf die Zahlen blickt, sieht eine bemerkenswerte Ruhe: Drei Jahre nach Ende 2023 steht der Quadratmeterpreis in Wels fast auf den Euro genau wieder dort, wo er vor dem Rückgang von 2024 lag.

Was kostet eine Eigentumswohnung in Wels?

Im 3. Quartal 2026 (Stichtag der Datenabfrage: 23.10.2026) liegt der durchschnittliche Angebotspreis für Eigentumswohnungen in Wels bei 2.955,4 €/m². Gegenüber dem 2. Quartal 2026 (2.928,6 €/m²) entspricht das einem leichten Anstieg von 0,9 %, im Vergleich zum 3. Quartal 2025 (2.830,1 €/m²) einem Plus von 4,4 %. Diese Zahlen stammen aus der Area Insights (Gebietsübersicht) für Wels von CASAFARI (Location ID 1395).

Der Rückblick über drei Jahre zeigt eine klassische Delle mit anschließender Normalisierung:

  • 4. Quartal 2023: Der durchschnittliche Angebotspreis liegt bei 2.953,2 €/m².
  • 2. Quartal 2024: Der Markt erreicht nach einem Rückgang um 10,5 % seinen Tiefpunkt bei 2.643,6 €/m².
  • 3. Quartal 2026: Nach einer Erholung um 11,8 % seit dem Tief steht der Wert bei 2.955,4 €/m² – gegenüber dem 4. Quartal 2023 ist das eine nominale Veränderung von +0,1 %.

Für die erwähnte 70-m²-Wohnung bedeutet ein Schnitt von 2.955,4 €/m² einen rechnerischen Angebotspreis von 206.878 € – am Tiefpunkt im Frühjahr 2024 waren es rechnerisch rund 185.050 €.

Für die Einordnung dieser Werte sind drei methodische Hinweise wichtig. Erstens bilden die hier genannten CASAFARI-Area-Insights-Werte Angebotspreise aus indexierten Immobilieninseraten ab (bereinigt um statistische Ausreißer), keine beurkundeten Kaufpreise aus dem amtlichen Grundbuch; einen eigenen städtischen Transaktionspreisindex gibt es für Wels nicht. Zweitens beginnt die belastbare Zeitreihe für Wels im 4. Quartal 2023, da für das 1. bis 3. Quartal 2023 ein unveränderter Wert von 3.166,3 €/m² ohne neue Datenbasis fortgeschrieben wurde. Drittens ist Wels ein mittelgroßer Markt: Wenn in einem Quartal ein größeres Neubauprojekt auf den Markt kommt, bewegt sich der Durchschnittswert rascher als in einer Millionenstadt.

Der folgende Auszug direkt aus der Plattform zeigt, wie sich die Quartalswerte in der Arbeitsansicht für Maklerinnen und Makler darstellen.

Wo liegt Wels, und welche Stadtteile zählen?

Wels ist nach Linz die zweitgrößte Stadt Oberösterreichs und liegt direkt an der Traun im oberösterreichischen Zentralraum. Die verkehrliche Anbindung ist das stärkste Standortargument der Stadt: Über die Westbahnstrecke erreichen Pendlerinnen und Pendler Linz in rund 25 Zugminuten, auch Salzburg und Wien sind direkt angebunden. Mit den Autobahnen A8 (Innkreis), A25 (Welser Autobahn) und der nahen A1 (Westautobahn) sowie dem rund 15 Kilometer entfernten Flughafen Linz-Hörsching liegt Wels an einem der wichtigsten Verkehrsknoten Österreichs.

Für die einzelnen Welser Stadtteile existieren keine verifizierten, amtlichen Quadratmeterpreise.In der Praxis des lokalen Marktes unterscheiden sich die Lagen vor allem durch ihre Bebauung und die typischen Käufergruppen:

  • Innenstadt und Neustadt: Rund um den historischen Stadtplatz, den Kaiser-Josef-Platz sowie im gründerzeitlich und durch Nachkriegsbauten geprägten Viertel Neustadt nördlich des Hauptbahnhofs überwiegen Geschosswohnungen. Die Nähe zum Bahnhof und zum Campus der Fachhochschule Oberösterreich macht diese Lagen besonders für kleinere Wohnungen, Pendler und Anleger interessant.
  • Vogelweide, Lichtenegg und Pernau: In diesen gewachsenen Wohn- und Mischgebieten finden sich viele Mehrparteienhäuser aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts sowie jüngere Wohnanlagen. Die Nähe zur Messe Wels, zu Schulen und zu den Gewerbegebieten im Osten (Pernau) zieht vor allem Haushalte an, die in der Stadt arbeiten.
  • Puchberg, Wimpassing und Laahen: Die ruhigeren, grüneren Randlagen im Norden und Westen sowie die Siedlungsgebiete in der Laahen und der Noitzmühle sprechen Familien an, die größere Eigentumswohnungen oder Reihenhäuser suchen. Wer ein klassisches Einfamilienhaus mit Garten sucht, weicht häufig in die angrenzenden Gemeinden des Bezirks Wels-Land (etwa Thalheim bei Wels, Gunskirchen oder Marchtrenk) aus.

Wie haben sich die Mieten in Wels entwickelt?

Während die Angebotspreise im Verkauf zwischen 2024 und 2026 spürbar geschwankt haben, zeigt der Welser Mietmarkt ein Bild nahezu vollkommener Konstanz. Im 3. Quartal 2026 liegt die durchschnittliche Angebotsmiete für Wohnungen in Wels laut CASAFARI Area Insights (Location ID 1395) bei 12,7 €/m² pro Monat.

Über die gesamte beobachtete Laufzeit seit dem 1. Quartal 2024 bewegt sich der Quadratmeterpreis in einem engen Korridor zwischen 12,4 €/m² und 12,9 €/m². Gegenüber dem 3. Quartal 2025 (12,9 €/m²) bedeutet der aktuelle Wert von 12,7 €/m² einen leichten Rückgang um 1,6 %, gegenüber dem 1. Quartal 2024 (12,6 €/m²) ein Plus von 0,8 %. Praktisch herrscht bei den Angebotsmieten Stillstand.

Diese Stabilität passt zur Struktur der Stadt. Einerseits sorgt die Funktion als Arbeits- und Ausbildungszentrum – laut Daten und Fakten der Stadt Wels studieren 2.016 Personen am Welser Campus der FH Oberösterreich, hinzu kommen zahlreiche Beschäftigte der lokalen Betriebe – für eine verlässliche Grundnachfrage nach kompakten Mietwohnungen. Andererseits verhindert ein breites Angebot an Bestandswohnungen, dass die Mieten bei Neuvermietungen stark nach oben ausbrechen.

Auch hier gilt: Die CASAFARI-Area-Insights-Werte in diesem Leitfaden bilden Angebotsmieten aus Inseraten ab (in der Regel vor Betriebskosten), nicht die im Bestand gezahlten Vertragsmieten; der gesetzliche Richtwertzins nach dem Mietrechtsgesetz (MRG) für Altbauten vor 1945 ist in dieser Marktbetrachtung nicht gesondert ausgewiesen. Für Vermieterinnen und Vermieter ist zudem eine rechtliche Änderung seit dem 1.7.2023 fester Bestandteil der Kalkulation: Durch das Bestellerprinzip (§ 17a MaklerG) zahlt bei der Vermittlung von Wohnungsmietverträgen der Erstauftraggeber die Provision – in der Praxis fast immer die Vermieterseite, wie die Arbeiterkammer zur Maklerprovision und zum Bestellerprinzip darlegt.

Welche Rendite bringt eine Vorsorgewohnung in Wels?

Setzt man die durchschnittliche Jahresangebotsmiete ins Verhältnis zum durchschnittlichen Angebotspreis beim Kauf, ergibt sich für Wels im 3. Quartal 2026 eine rechnerische Bruttorendite von rund 5,2 % (Berechnung: 12 × 12,7 €/m² = 152,4 € Jahresmiete, geteilt durch 2.955,4 €/m² Kaufpreis).

Der Verlauf über die letzten zweieinhalb Jahre zeigt einen wichtigen Effekt für Anlegerinnen und Anleger, die eine Vorsorgewohnung prüfen:

  • 1. Quartal 2024: 5,5 % rechnerische Bruttorendite (12 × 12,6 € ÷ 2.758,9 €).
  • 2. Quartal 2024: 5,7 % am Preistief des Kaufmarktes (12 × 12,5 € ÷ 2.643,6 €).
  • 3. Quartal 2025: 5,5 % (12 × 12,9 € ÷ 2.830,1 €).
  • 3. Quartal 2026: 5,2 % (12 × 12,7 € ÷ 2.955,4 €).

Die Schlussfolgerung ist nüchtern: Weil sich die Angebotspreise für Eigentumswohnungen seit Mitte 2024 um 11,8 % erholt haben, die Angebotsmieten im selben Zeitraum aber auf der Stelle getreten sind, schrumpft die Anfangsrendite. Wer heute eine Anlegerwohnung in Wels noch mit den Bruttorenditen des Frühjahrs 2024 durchrechnet, legt überholte Einkaufspreise zugrunde.

Hinzu kommt, dass diese 5,2 % eine reine Bruttogröße aus Inseratsdaten vor sämtlichen Nebenkosten sind. In einer seriösen Einzelkalkulation reduzieren folgende Positionen den tatsächlichen Ertrag:

  • Kaufnebenkosten: Grunderwerbsteuer, Grundbuchgebühren, Maklerprovision sowie Vertragserrichtung und Treuhand erhöhen das eingesetzte Kapital beim Start typischerweise um 8 bis 12 %.
  • Laufende Kosten der Eigentümergemeinschaft: Nicht auf Mieter umlegbare Teile der Betriebskosten, Kosten der Hausverwaltung sowie die verpflichtende Dotierung der Rücklage nach dem Wohnungseigentumsgesetz (WEG).
  • Vermietungsrisiko und Steuern: Mietausfälle bei Mieterwechsel, laufende Instandhaltung im Inneren der Wohnung, die Maklerprovision bei Neuvermietung (Bestellerprinzip) sowie die individuelle Einkommensteuer auf die Überschüsse aus Vermietung und Verpachtung.

Auch auf der Finanzierungsseite bleibt der Rahmen anspruchsvoller als in der Niedrigzinsphase: Die Kreditzinsen liegen deutlich über dem Niveau von 2021, und obwohl die verbindliche KIM-Verordnung am 30.6.2025 ausgelaufen ist, wenden die Banken ihre Kriterien laut FMA zu Wohnimmobilienkrediten nach der KIM-Verordnung seit dem 1.7.2025 über ein FMA-Rundschreiben als unverbindliche Leitlinie in der Praxis weiter an. Statt sich auf den städtischen Durchschnitt zu verlassen, empfiehlt sich vor einem Kauf der Blick in eine objektbezogene Bewertung, Comparables und Marktstudie, um Kaufpreis und erzielbare Miete exakt für das jeweilige Baujahr und die Mikrolage abzugleichen.

Wie steht Wels im Vergleich zu Linz, Oberösterreich und Österreich?

Um das Welser Preisniveau von 2.955,4 €/m² einzuordnen, lohnt sich der Blick auf die Landeshauptstadt Linz sowie auf die landes- und bundesweiten Auswertungen. Dabei ist Sorgfalt geboten, da die verfügbaren Quellen unterschiedliche Erhebungsmethoden nutzen: Während CASAFARI und der Preisspiegel von derStandard.at Angebotspreise aus Inseraten messen, wertet der RE/MAX ImmoSpiegel (auf Basis von IMMOunited-Daten) tatsächliche Kaufverträge aus dem amtlichen Grundbuch aus.

Region / Stadt Preis pro m² Datenbasis und Segment Zeitraum Quelle
Wels 2.955,4 €/m² Angebotspreise, Eigentumswohnungen gesamt Q3 2026 CASAFARI Area Insights (Location ID 1395)
Oberösterreich 3.542 €/m² Grundbuch-Transaktionspreise, Bestandswohnungen Gesamtjahr 2025 RE/MAX ImmoSpiegel zum Eigentumswohnungsmarkt 2025
Österreich 3.612 €/m² Grundbuch-Transaktionspreise, Bestandswohnungen Gesamtjahr 2025 RE/MAX ImmoSpiegel zum 1. Halbjahr 2026
Linz 5.557 €/m² Angebotspreise aus Inseraten, Wohnungen Dezember 2025 Preisspiegel Oberösterreich von derStandard (Dezember 2025)

Angebotspreise und Grundbuchpreise dürfen nicht eins zu eins gleichgesetzt werden. Dennoch wird das Gefälle deutlich: Selbst im Angebot liegt Wels unter dem oberösterreichischen und österreichischen Transaktionsschnitt für Bestandswohnungen. Gegenüber Linz, wo die Angebotspreise laut derStandard-Erhebung im Dezember 2025 bei durchschnittlich 5.557 €/m² lagen, kosten Wohnungen in Wels der Größenordnung nach nur etwas mehr als die Hälfte – Linz liegt beim rund 1,9-Fachen des Welser CASAFARI-Wertes.

Gleichzeitig fügt sich die Welser Preiserholung (+4,4 % im Jahresvergleich zum 3. Quartal 2026) nahtlos in die gesamtösterreichische Marktentwicklung ein:

  • Der transaktionsbasierte, qualitätsbereinigte Häuserpreisindex der Statistik Austria erreichte im 2. Quartal 2026 (vorläufige Werte vom 23.9.2026) 105,00 Punkte (Basis 2025 = 100). Das ist ein Anstieg um 5,1 % gegenüber dem 2. Quartal 2025 (+5,1 % bei Bestandswohnungen, +4,9 % beim Neubau).
  • Der Wohnimmobilienpreisindex der OeNB verzeichnete im 2. Quartal 2026 bei 274,0 Punkten (Basis 2000 = 100) ein Plus von 3,6 % zum Vorjahr, für Österreich ohne Wien sogar +4,2 % – nachdem das Gesamtjahr 2025 mit +1,0 % bereits die Rückgänge von 2023 (−1,6 %) und 2024 (−2,1 %) beendet hatte.
  • Auch die Zahl der Verkäufe zieht kräftig an: In Oberösterreich wurden 2025 laut RE/MAX ImmoSpiegel 5.077 Kaufverträge für Eigentumswohnungen verbüchert (+21,0 % gegenüber 2024) bei einem Transaktionsvolumen von rund 1,3 Mrd. € (+24,9 %) und einem Durchschnittspreis pro Wohnung von 237.248 € (+2,3 %). Österreichweit stiegen die Wohnungsverkäufe 2025 um 21,7 % auf 40.576 Abschlüsse (noch 13,3 % unter dem Zehnjahresschnitt) und legten im 1. Halbjahr 2026 um weitere 25,3 % auf 24.106 Verkäufe zu, während die Preise im 1. Halbjahr 2026 moderat um 1,6 % stiegen.

Wels bewegt sich also im selben Takt wie der übrige österreichische Markt, startet aber von einer spürbar günstigeren Basis. Weitere Hintergründe zur überregionalen Entwicklung finden Sie in unserer Übersicht zu den Trends auf dem Wohnungsmarkt.

Wer kauft in Wels, und warum wächst die Stadt?

Der Immobilienmarkt in Wels wird nicht von Zweitwohnsitzen, touristischer Kurzzeitvermietung oder internationalen Lifestyle-Käuferinnen und -Käufern getragen. Er ist ein klassischer Hauptwohnsitz- und Arbeitsmarkt, dessen Fundament das stetige Bevölkerungswachstum und die Dichte an Gewerbe- und Industriebetrieben bilden.

Laut den endgültigen Bevölkerungszahlen für Wels (Statistik Austria) zählte die Statutarstadt am 1.1.2026 genau 65.764 Einwohnerinnen und Einwohner. Bei der Registerzählung 2021 waren es noch 63.182, im Jahr 2011 erst 58.591 Personen. Das eigene Melderegister der Stadt weist zum 1.1.2026 sogar 66.012 Personen mit Hauptwohnsitz aus – ein Zuwachs von rund 400 Hauptwohnsitzen binnen eines Jahres.

Noch deutlicher wird die wirtschaftliche Zugkraft beim Blick auf die Arbeitsplätze: Laut Stadt Wels sind im Stadtgebiet rund 5.700 Unternehmen angesiedelt, die zusammen 50.876 Beschäftigte zählen. Damit arbeiten in Wels mehr Menschen, als die Stadt erwerbstätige Einwohner hat – Wels ist eine ausgeprägte Einpendlerstadt, geprägt durch Industrie, Großhandel, Logistik und die Messe Wels. Aus dieser Struktur speisen sich die drei wichtigsten Käufergruppen am Wohnungsmarkt:

  1. Haushalte aus der Stadt und dem Umland, die nach einigen Jahren in einer Mietwohnung Eigentum als Hauptwohnsitz begründen wollen.
  2. Pendlerinnen und Pendler aus dem Raum Linz, für die eine Eigentumswohnung in der Landeshauptstadt unerschwinglich geworden ist und die dank der 25-minütigen Bahnverbindung nach Wels ausweichen.
  3. Private Kleinanleger aus Oberösterreich, die ein oder zwei Vorsorgewohnungen zur langfristigen Vermietung an lokale Beschäftigte oder Studierende erwerben.

Internationale Käuferinnen und Käufer treten in Wels fast ausschließlich dann auf, wenn sie bereits in der Region leben und arbeiten. Am 1.1.2026 hatten laut Statistik Austria rund 34,6 % der Welser Bevölkerung eine nicht-österreichische Staatsbürgerschaft (10.234 Personen aus EU-, EFTA-Staaten oder dem Vereinigten Königreich sowie 12.543 aus Drittstaaten). Wer sich hier nach Jahren der Erwerbstätigkeit dauerhaft niederlässt, fragt ganz regulär Wohnraum für den eigenen Familienbedarf nach.

Wer den Markt prüft, sollte neben diesen Nachfragetreibern auch die Risiken nüchtern einpreisen: Die Kaufkraft in Wels hängt eng an der Konjunktur der oberösterreichischen Industrie- und Logistikbetriebe. Gleichzeitig verteuert sich der Nachschub an neuen Wohnungen weiter – laut dem Baupreisindex der Statistik Austria (veröffentlicht am 10.8.2026) stiegen die Baupreise im Wohnhaus- und Siedlungsbau im 2. Quartal 2026 auf 103,7 Punkte (+3,6 % zum Vorjahr; Hoch- und Tiefbau gesamt +4,9 %). Zusammen mit den weiterhin höheren Finanzierungskosten hält das die Neubautätigkeit knapp.

Welche Kaufnebenkosten und Regeln gelten in Oberösterreich?

Beim Kauf einer Eigentumswohnung in Wels fallen zusätzlich zum Kaufpreis die österreichweit geregelten Kaufnebenkosten an. Mit Einschaltung eines Immobilienmaklers und einer Bankfinanzierung sollten Käuferinnen und Käufer insgesamt mit rund 8 bis 12 % des Kaufpreises kalkulieren. Eine detaillierte Übersicht der Kaufnebenkosten in Österreich ergibt sich aus dem Grunderwerbsteuergesetz (§ 7 GrEStG) und dem Gerichtsgebührengesetz (TP 9 GGG):

  • Grunderwerbsteuer: 3,5 % des Kaufpreises beim regulären Erwerb (für Übertragungen im engen Familienkreis gilt ein Stufentarif von 0,5 %, 2 % und 3,5 %).
  • Grundbuch-Eintragungsgebühr: 1,1 % des Kaufpreises für die Eintragung des Eigentumsrechts ins Grundbuch.
  • Pfandrechtseintragungsgebühr: 1,2 % des im Grundbuch besicherten Pfandbetrags bei Aufnahme eines Hypothekarkredits.
  • Maklerprovision: Maximal 3 % des Kaufpreises zuzüglich 20 % Umsatzsteuer (somit 3,6 % brutto) je Auftraggeberseite; anders als bei der Wohnungsmiete gilt beim Kauf kein Bestellerprinzip.
  • Kaufvertragserrichtung und Treuhandabwicklung: Das Honorar für Notar oder Rechtsanwalt samt Barauslagen und Beglaubigungskosten wird meist frei vereinbart (häufig zwischen 1 % und 3 % zzgl. USt).

Für die beispielhafte 70-m²-Wohnung in Wels um 207.000 € bedeuten allein die Grunderwerbsteuer (7.245 €), die Eigentumseintragung im Grundbuch (2.277 €) und die volle Käuferprovision inklusive USt (7.452 €) bereits rund 16.974 € an fixen Nebenkosten – noch vor Vertragserrichtung und allfälliger Pfandrechtseintragung.

Wichtiger Hinweis zur Gesetzeslage seit Juli 2026: Die befristete Gebührenbefreiung für die Grundbuch- und Pfandrechtseintragung beim dringenden Wohnbedarf (Hauptwohnsitz bis zu einer Bemessungsgrundlage von 500.000 €) galt ausschließlich für Anträge, die zwischen dem 1.7.2024 und dem 30.6.2026 beim Grundbuchsgericht einlangten. Wie der ORF zum Auslaufen der Grundbuch-Gebührenbefreiung unter Verweis auf das Justizministerium berichtete, wurde die Maßnahme nicht verlängert; seit dem 1.7.2026 fallen die 1,1 % und 1,2 % wieder regulär an.

Für die Kreditvergabe gilt: Nach dem Auslaufen der verbindlichen KIM-Verordnung am 30.6.2025 führt die Finanzmarktaufsicht die bisherigen Richtwerte (maximal 90 % Beleihungsquote, maximal 40 % Schuldendienstquote, höchstens 35 Jahre Laufzeit) seit dem 1.7.2025 als unverbindliche Leitlinie fort, an der sich die österreichischen Banken in der Kreditprüfung weiterhin eng orientieren. Für den Erwerb von Hauptwohnsitzen kann zudem – abhängig von Einkommensgrenzen und Objektkriterien – die Wohnbauförderung des Landes Oberösterreich in Frage kommen. Bürgerinnen und Bürger der EU sowie des EWR sind beim Immobilienerwerb österreichischen Staatsangehörigen gleichgestellt; für Käufer aus Drittstaaten sowie für steuerliche Fragen auf Verkäuferseite (etwa zur Immobilienertragsteuer und zur Hauptwohnsitzbefreiung) empfiehlt sich vorab die Rücksprache mit einem Notariat oder einer Steuerberatung.

Wie lässt sich der Welser Markt mit CASAFARI-Daten beobachten?

Weil es für Wels keinen amtlichen städtischen Preisindex gibt, entscheidet im Tagesgeschäft der Blick auf bereinigte Angebotsdaten darüber, ob ein Preis realistisch angesetzt ist. Je nachdem, in welcher Rolle Sie am oberösterreichischen Markt tätig sind, stehen Ihnen dafür unterschiedliche Werkzeuge zur Verfügung:

Ihr eigenes Konto und API-Schlüssel auf platform.casafari.com richten Sie direkt im Self-Service ein; die Abrechnung der Abfragen über API und MCP erfolgt transparent in Tokens.

Die Daten für Wels werden laufend aktualisiert. Wenn Sie die Preisentwicklung für Oberösterreichs zweitgrößte Stadt selbst nach Größenklassen, Zustand oder Teilgebieten filtern möchten, werfen Sie einen Blick auf die Produktseite von Area Insights (Gebietsübersicht).

Häufig gestellte Fragen

Was kostet ein Quadratmeter Eigentumswohnung in Wels 2026?

Im 3. Quartal 2026 liegt der durchschnittliche Angebotspreis für eine Eigentumswohnung in Wels laut CASAFARI Area Insights bei 2.955,4 €/m² (aus indexierten Inseraten, um Ausreißer bereinigt). Für eine 70-m²-Wohnung entspricht das einem rechnerischen Angebotspreis von rund 207.000 €. Zu beachten ist, dass es sich um Angebotspreise und nicht um beurkundete Kaufpreise aus dem Grundbuch handelt und die Werte je nach Stadtteil, Baujahr und energetischem Zustand deutlich streuen.

Sind die Immobilienpreise in Wels gestiegen oder gefallen?

Beides trifft zu, abhängig vom gewählten Betrachtungszeitraum in den Daten von CASAFARI Area Insights (belastbare Reihe ab dem 4. Quartal 2023). Vom 4. Quartal 2023 (2.953,2 €/m²) bis zum 2. Quartal 2024 (2.643,6 €/m²) gaben die Angebotspreise um 10,5 % nach, erholten sich seither aber wieder um 11,8 % auf 2.955,4 €/m² im 3. Quartal 2026. Im Jahresvergleich zum 3. Quartal 2025 (2.830,1 €/m²) steht ein Plus von 4,4 %, über drei Jahre betrachtet sind die Angebotspreise nominal (+0,1 %) praktisch unverändert.

Wie hoch ist die Miete pro Quadratmeter in Wels?

Die durchschnittliche Angebotsmiete für Wohnungen in Wels liegt im 3. Quartal 2026 bei 12,7 €/m² pro Monat (CASAFARI Area Insights). Seit dem 1. Quartal 2024 bewegt sich dieser Wert nahezu unverändert in einer engen Bandbreite zwischen 12,4 €/m² und 12,9 €/m². Die Daten bilden Angebotsmieten aus Inseraten (in der Regel ohne Betriebskosten) ab; bei der Neuvermietung trägt seit dem 1.7.2023 aufgrund des Bestellerprinzips (§ 17a MaklerG) in der Regel der Vermieter die Maklerprovision.

Lohnt sich eine Vorsorgewohnung in Wels?

Aus dem durchschnittlichen Angebotspreis (2.955,4 €/m²) und der Angebotsmiete (12,7 €/m²) errechnet sich im 3. Quartal 2026 eine indikative Bruttorendite von rund 5,2 %, nachdem sie am Preistief im 2. Quartal 2024 noch bei 5,7 % lag. Da die Kaufpreise gestiegen sind, während die Mieten stillstehen, hat sich die Rendite verringert. Zudem gehen von diesem Bruttowert noch Kaufnebenkosten von 8 bis 12 %, nicht umlegbare Betriebskosten, Rücklagen nach WEG, eventueller Leerstand und Steuern ab, weshalb vor einer Entscheidung jedes Objekt einzeln mit realen Vergleichswerten (Comparables) durchgerechnet werden sollte.

Welche Kaufnebenkosten fallen beim Wohnungskauf in Wels an?

Beim Wohnungskauf fallen 3,5 % Grunderwerbsteuer, 1,1 % Grundbuch-Eintragungsgebühr, bei Kreditfinanzierung 1,2 % Pfandrechtseintragungsgebühr auf den besicherten Betrag, bis zu 3 % Maklerprovision zzgl. 20 % USt sowie die Kosten für Vertragserrichtung und Treuhand an. Insgesamt sollten Käuferinnen und Käufer mit 8 bis 12 % des Kaufpreises kalkulieren. Die befristete Befreiung von der Grundbuch- und Pfandrechtseintragungsgebühr für Hauptwohnsitze bis 500.000 € ist am 30.6.2026 ausgelaufen, sodass seit dem 1.7.2026 wieder die vollen Gebühren anfallen.

Ist Wels günstiger als Linz?

Ja, der Preisunterschied zur oberösterreichischen Landeshauptstadt ist erheblich. Während Eigentumswohnungen in Wels im 3. Quartal 2026 im Schnitt um 2.955,4 €/m² angeboten werden (CASAFARI Area Insights), lagen die durchschnittlichen Angebotspreise in Linz laut dem Preisspiegel von derStandard.at im Dezember 2025 bei 5.557 €/m² – also beim rund 1,9-Fachen. Da beide Zahlen aus unterschiedlichen Erhebungen stammen, dient der Vergleich als Größenordnung, erklärt aber, warum viele Haushalte dank der 25-minütigen Zugverbindung von Linz nach Wels ausweichen.