Immobilienpreise in Wiener Neustadt 2026

Angebotspreise, Verbücherungen und Kaufnebenkosten für die zweitgrößte Stadt Niederösterreichs

Eigentumswohnungen in Wiener Neustadt werden im 3. Quartal 2026 im Durchschnitt um 3.086,9 €/m² angeboten (CASAFARI Area Insights, Angebotspreise aus indexierten Inseraten, keine Transaktionspreise). Das entspricht einem Plus von 3,4 % gegenüber dem 3. Quartal 2025 (2.985,6 €/m²), liegt jedoch 2,9 % unter dem Vorquartal. Seit dem Tief im Herbst 2024 (2.854,2 €/m²) hat sich der Markt um 8,2 % erholt, während die verbücherten Wohnungskäufe im Bezirk 2025 um 32,8 % auf 360 stiegen – rund 50 km südlich von Wien zu Preisen deutlich unter der Bundeshauptstadt.

Wer an einem Wochentag am Hauptbahnhof Wiener Neustadt aus dem Zug steigt und auf dem Smartphone die gängigen Immobilienportale öffnet, versteht die Anziehungskraft der Statutarstadt sofort: Während im Wiener Stadtgebiet für Eigentumswohnungen im Grundbuch längst über 5.500 €/m² stehen, bewegen sich die Inserate hier rund um die Marke von 3.000 €/m².

Was kostet eine Eigentumswohnung in Wiener Neustadt?

Im 3. Quartal 2026 (Stichtag 1. Juli 2026, abgefragt am 23. Oktober 2026) liegt der durchschnittliche Angebotspreis für Eigentumswohnungen in Wiener Neustadt laut CASAFARI Area Insights (Location-ID 1340, bereinigt um Ausreißer) bei 3.086,9 €/m². Für eine klassische Dreizimmerwohnung mit 65 m² Wohnfläche bedeutet das in den Inseraten einen Richtwert von rund 200.000 € vor Kaufnebenkosten.

Wichtig für die Einordnung ist der Unterschied zwischen Wunsch- und Abschlusswerten: Die hier verwendete CASAFARI Area-Insights-Reihe misst Angebotspreise aus aktiven Inseraten, nicht die tatsächlich beurkundeten Summen. Im amtlichen Grundbuch lag der Durchschnittspreis je verkaufter Eigentumswohnung in den Bezirken Wiener Neustadt (Stadt und Land zusammen) laut RE/MAX ImmoSpiegel im Jahr 2024 bei 154.002 € (ein Rückgang von 11,7 % gegenüber den 174.481 € im Jahr 2023). In ganz Niederösterreich erreichte der verbücherte Durchschnittspreis 2025 mit 211.785 € (+5,5 % bei 4.563 Transaktionen) hingegen einen neuen Höchststand, wie der RE/MAX ImmoSpiegel Eigentumswohnungsmarkt 2025 ausweist.

Innerhalb des Stadtgebiets prägt der Objektmix den Durchschnitt erheblich. Am Flugfeld rund um die Civitas Nova sowie entlang des Wiener Neustädter Kanals kommen laufend Neubauprojekte auf den Markt, die das obere Preissegment bilden. Den Gegenpol stellen Bestandswohnungen im Gründerzeitgürtel rund um den Hauptbahnhof und innerhalb der historischen Stadtmauern dar.

Wie sich diese Teilmärkte und Nachbargemeinden im Detail verhalten, lässt sich über Area Insights (Gebietsübersicht) für jede Stadt und jeden Bezirk tagesaktuell nachvollziehen.

Wie hat sich der Markt seit dem Tief 2024 entwickelt?

Betrachtet man die belastbare Zeitreihe von CASAFARI Area Insights ab dem 4. Quartal 2023 (3.103,5 €/m²), zeigt sich auf Sicht von knapp drei Jahren ein beinahe unverändertes Preisniveau (-0,5 % bis Q3 2026). Dazwischen lag jedoch ein ausgeprägter Zyklus: Die Angebotspreise gaben bis zum 3. Quartal 2024 auf ihren Tiefpunkt von 2.854,2 €/m² nach, kletterten anschließend bis zum 1. Quartal 2026 auf ein Zwischenhoch von 3.216,2 €/m² (+12,7 % vom Tief) und gaben in den beiden Folgequartalen über 3.178,5 €/m² (Q2 2026) auf zuletzt 3.086,9 €/m² (-2,9 % zum Vorquartal) leicht nach. (Hinweis zur Datenreihe: Die in Rohdaten für Q1 bis Q3 2023 aufscheinenden 3.401,4 €/m² sind statische Platzhalterwerte ohne neue Datenbasis und daher aus allen Berechnungen ausgeschlossen.)

Im Vorjahresvergleich arbeitet sich der Markt seit 2025 stabil im Plus voran: Nach +4,4 % im 1. Quartal 2026 (3.216,2 €/m² gegenüber 3.081,7 €/m² in Q1 2025) und einem kräftigen Anstieg von +7,3 % im 2. Quartal 2026 (3.178,5 €/m² gegenüber 2.962,5 €/m² in Q2 2025) stehen im 3. Quartal 2026 solide +3,4 % zu Buche.

Damit bewegt sich Wiener Neustadt im Gleichschritt mit den allgemeinen Trends auf dem Wohnungsmarkt in Österreich. Laut dem Häuserpreisindex der Statistik Austria (veröffentlicht am 23. September 2026, Basis 2025 = 100) stiegen die Wohnimmobilienpreise bundesweit im 1. Quartal 2026 um 3,5 % und im 2. Quartal 2026 (vorläufiger Wert, Indexstand 105,00) um 5,1 % gegenüber dem Vorjahr (+5,1 % bei bestehenden, +4,9 % bei neuen Wohnungen), womit der Index erstmals seinen bisherigen Höchststand aus dem 3. Quartal 2022 übertraf. Dass die Kurve in einer Mittelstadt stärker ausschlägt als der Bundesschnitt, ist normal: Kommt am Flugfeld ein neuer Bauträgerabschnitt in die Vermarktung, bewegt das den Quartalsschnitt schnell um drei bis fünf Prozent; entscheidend ist daher immer der Trend über vier Quartale.

Wie viele Wohnungen werden in Wiener Neustadt tatsächlich verkauft?

Während Angebotspreise die Erwartung der Verkäuferseite abbilden, zeigt das Grundbuch, wie viele Käufer tatsächlich beim Notar unterschreiben. Nach der Auswertung von IMMOunited im RE/MAX ImmoSpiegel wurden in den Bezirken Wiener Neustadt (Stadt und Land werden hier gemeinsam erfasst) im Jahr 2025 insgesamt 360 Eigentumswohnungen verbüchert. Das ist ein Zuwachs von 32,8 % gegenüber dem Ausnahmejahr 2024, in dem die Verkäufe infolge gestiegener Kreditzinsen von 409 (2023) auf 271 eingebrochen waren.

Diese Mengenbelebung spiegelt die österreichweite Erholung wider: Bundesweit wurden 2025 laut RE/MAX 40.576 Eigentumswohnungen verbüchert (+21,7 % gegenüber 2024 bei einem Durchschnittspreis von 266.583 €), wenngleich das Volumen noch 13,3 % unter dem Zehnjahresschnitt blieb. Bemerkenswert ist die Schere im Jahr 2024: Während die inserierten Quadratmeterpreise in der Stadt nur moderat nachgaben, sank der tatsächlich verbücherte Durchschnittspreis je Wohnung im Bezirk um 11,7 %. Verkäufer hielten ihre Angebotspreise in den Portalen hoch, mussten in den Preisverhandlungen oder über kleinere Wohnungsgrößen aber deutliche Zugeständnisse machen. Grundbuchdaten liefern somit die harte Wahrheit über das Marktgeschehen, allerdings stets mit mehreren Monaten Verzögerung zwischen Kaufvertrag und Einverleibung.

Wer kauft in Wiener Neustadt, und warum?

Für Suchende aus dem Großraum Wien ist die Rechnung einfach: Wiener Neustadt liegt rund 50 km südlich der Bundeshauptstadt am Knotenpunkt von Südbahn, Pottendorfer Linie, Südautobahn A2 und Mattersburger Schnellstraße S4. Während in Wien 2025 im Grundbuch durchschnittlich 5.512 €/m² (+6,5 % laut RE/MAX ImmoSpiegel) bezahlt wurden, liegen die Angebotspreise in Wiener Neustadt mit 3.086,9 €/m² (Q3 2026) in einer völlig anderen Größenordnung – auch wenn man berücksichtigt, dass hier Grundbuch- und Angebotspreise aus zwei aufeinanderfolgenden Zeiträumen verglichen werden.

Das schlägt sich in einer konstanten Zuwanderung nieder. Laut den Bevölkerungszahlen des Landes Niederösterreich für Wiener Neustadt (Datenbasis: Statistik Austria) hat die Statutarstadt am 1. Jänner 2026 mit 50.025 Einwohnerinnen und Einwohnern erstmals die 50.000er-Marke überschritten – nach 47.069 bei der Registerzählung 2021, 41.305 im Jahr 2011 und 37.627 im Jahr 2001. Allein 2025 stand einer leicht negativen Geburtenbilanz (-96) ein Wanderungssaldo von +963 Personen gegenüber (4.290 Zuzüge bei 3.327 Wegzügen), nach +709 im Jahr 2024 und +765 im Jahr 2023.

Die Käuferschaft gliedert sich in drei klare Gruppen:

  • Eigennutzer und Pendlerhaushalte: Junge Familien und Erstkäufer aus der Region sowie aus dem südlichen Wiener Umland, denen Bezirke wie Mödling oder Baden zu teuer geworden sind, sowie ältere Haushalte aus dem Bezirk, die vom Einfamilienhaus in eine barrierefreie Neubauwohnung mit Lift wechseln.
  • Private Vorsorgekäufer: Anlegerinnen und Anleger, die gezielt Ein- und Zweizimmerwohnungen zur Vermietung erwerben.
  • Institutionell getriebene Mieternachfrage: Die Stadt beherbergt die Fachhochschule Wiener Neustadt, die Theresianische Militärakademie, das Landesklinikum, das Ionentherapiezentrum MedAustron sowie Großarbeitgeber wie Diamond Aircraft in den ecoplus-Wirtschaftsparks, was für einen steten Bedarf an kleineren Mietwohnungen sorgt.

Ein touristischer Zweitwohnsitzmarkt existiert in der Stadt nicht; internationale Käuferinnen und Käufer sind überwiegend EU-Staatsangehörige, die bereits im südlichen Niederösterreich oder in Wien arbeiten.

Welche Kaufnebenkosten und Regeln gelten 2026?

Wer 2026 in Niederösterreich eine Wohnung kauft, muss neben dem Kaufpreis mit Kaufnebenkosten von insgesamt rund 10 bis 12 % kalkulieren, da eine wichtige Entlastung zur Jahresmitte ausgelaufen ist.

Kostenposition Richtwert 2026 Gesetzliche Grundlage / Hinweis
Grunderwerbsteuer 3,5 % vom Kaufpreis Regulärer Steuersatz gemäß § 7 GrEStG
Grundbuch – Eigentumsrecht 1,1 % vom Kaufpreis Befristete Befreiung (§ 25a GGG) am 30.06.2026 ausgelaufen
Grundbuch – Pfandrecht 1,2 % vom Pfandbetrag Fällt bei Kreditfinanzierung wieder in voller Höhe an
Vertragserrichtung & Treuhand ca. 1–2 % zzgl. 20 % USt Notar oder Rechtsanwalt, je nach Vereinbarung
Maklerprovision bis zu 3 % zzgl. 20 % USt Maximal 3,6 % brutto bei Kauf über Immobilienmakler

Bei der Grunderwerbsteuer gilt unverändert der Satz von 3,5 % der Gegenleistung (§ 7 GrEStG); eine allgemeine Befreiung für das erste Eigenheim ist 2026 nicht in Kraft, sondern lediglich als Prüfauftrag im Regierungsprogramm 2025–2029 verankert (Brandauer Rechtsanwälte, Stand Mai 2026). Teurer geworden ist seit dem Sommer die Eintragung ins Grundbuch: Die befristete Gebührenbefreiung für dringend benötigtes, selbst genutztes Wohneigentum bis 500.000 € Bemessungsgrundlage (§ 25a GGG) galt nur für Anträge zwischen 1. Juli 2024 und 30. Juni 2026. Seit 1. Juli 2026 fallen sowohl die 1,1 % Eintragungsgebühr für das Eigentum als auch die 1,2 % für das Pfandrecht wieder regulär an, wie der Fachbeitrag zur Grundbuchsgebühr und Ende der Befreiung 2026 erläutert. Bei einer Wohnung um 250.000 € mit 200.000 € Hypothekarkredit macht das allein für das Grundbuch 5.150 € an Mehrkosten gegenüber dem ersten Halbjahr 2026 aus.

Bei der Kreditvergabe ist die Kreditinstitute-Immobilienfinanzierungsmaßnahmen-Verordnung (KIM-V) zwar mit 30. Juni 2025 ausgelaufen und nicht verlängert worden. Allerdings hat die Finanzmarktaufsicht in ihrer Mitteilung der FMA zur KIM-Verordnung und zum WIK-Rundschreiben (Rundschreiben vom 26. Juni 2025, Stand Oktober 2026) klargestellt, dass die bisherigen Schwellenwerte – mindestens 20 % Eigenmittel (maximal 90 % Beleihungsquote), höchstens 40 % Schuldendienstquote und maximal 35 Jahre Laufzeit – seit 1. Juli 2025 weiterhin als aufsichtliche Erwartung für eine solide Kreditvergabe gelten. Banken legen diese Kriterien in der Praxis nach wie vor zugrunde.

Für ausländische Käuferinnen und Käufer regelt ein aktueller Überblick zum NÖ Grundverkehrsgesetz 2007 (Stand Juni 2026) die Voraussetzungen: Während Bürgerinnen und Bürger der EU und des EWR Inländern gleichgestellt sind, benötigen Drittstaatsangehörige nach § 17 NÖ GVG 2007 zwingend eine grundverkehrsbehördliche Genehmigung durch die Niederösterreichische Landesregierung (§ 20 NÖ GVG), ohne die keine Einverleibung im Grundbuch erfolgt. Für eine etwaige Kurzzeitvermietung gibt es in Wiener Neustadt keine gesonderte städtische Lizenzpflicht, es gelten jedoch die strengen allgemeinen Vorgaben des Wohnungseigentumsrechts (Zustimmung aller Miteigentümer bei Widmungsänderung), die Bauordnung sowie die Melde- und Ortstaxenpflicht. Um vor einer Kaufentscheidung den tatsächlichen Marktwert einer konkreten Liegenschaft zu prüfen, empfiehlt sich ein Blick in die Bewertungen, Comparables und Marktstudie oder für Eigentümer eine schnelle Online-Immobilienbewertung für die eigene Wohnung.

Wie arbeiten Makler und Anleger mit diesen Daten?

Weil ein einzelner Quartalswert von 3.086,9 €/m² sowohl den Erstbezug mit Tiefgaragenplatz am Flugfeld als auch den unsanierten Altbau nahe der Bahnlinie zusammenfasst, trennen Immobilienprofis in Niederösterreich strikt zwischen Markttrend und Einzelbewertung. Maklerinnen und Makler nutzen Area Insights, um Eigentümern im Einkaufsgespräch die Preisentwicklung seit 2023 objektiv zu zeigen, erstellen den konkreten Preisvorschlag mit Comparables und überblicken das aktuelle Konkurrenzangebot dublettenfrei über die Immobiliensuche mit allen Angeboten zu Wiener Neustadt. Private Anleger wiederum sollten Angebotspreis, die seit Juli 2026 höheren Kaufnebenkosten und die realisierbare Miete stets objektscharf gegenrechnen.

Wer Marktanalysen automatisiert in eigene Systeme oder Bewertungsmodelle einbinden möchte, kann exakt diese Zeitreihe (Location-ID 1340, Metrik sale_apartment_psqm) direkt über die Schnittstelle abrufen. Alle Endpunkte und Parameter sind in der Area-Insights-Dokumentation für Entwickler (auf Englisch) sowie in der Comparables-Dokumentation (auf Englisch) beschrieben; für KI-gestützte Workflows steht zudem Casafari MCP für KI-Agenten bereit. Ihr eigenes Konto und API-Schlüssel auf platform.casafari.com richten Sie direkt im Self-Service ein, wobei die Abrechnung sämtlicher Abfragen transparent über Tokens erfolgt.

Ob Sie als Pendlerhaushalt kalkulieren, eine Vorsorgewohnung prüfen oder als Makler beraten: Behalten Sie in Wiener Neustadt die Marke von gut 3.000 €/m² im Blick, lesen Sie die Preisrichtung immer über vier Quartale und prüfen Sie die tagesaktuellen Verschiebungen im Bezirk direkt in der Gebietsübersicht von CASAFARI.

Häufig gestellte Fragen

Wie hoch ist der Quadratmeterpreis für Eigentumswohnungen in Wiener Neustadt 2026?

Im 3. Quartal 2026 liegt der durchschnittliche Angebotspreis für Eigentumswohnungen in Wiener Neustadt laut CASAFARI Area Insights (Location-ID 1340, Ausreißer bereinigt) bei 3.086,9 €/m². Für eine 65 m² große Wohnung entspricht das einem durchschnittlichen Inseratspreis von rund 200.000 € vor Kaufnebenkosten. Dabei handelt es sich um Angebotspreise aus Immobilienportalen und nicht um verbücherte Kaufpreise: Neubauprojekte am Flugfeld liegen spürbar über diesem Schnitt, ältere Bestandswohnungen rund um den Hauptbahnhof darunter.

Steigen oder fallen die Immobilienpreise in Wiener Neustadt derzeit?

Im Jahresvergleich steigen die Preise: Im 3. Quartal 2026 liegen die Angebotspreise um 3,4 % über dem Vorjahresquartal (2.985,6 €/m²) und um 8,2 % über dem Tiefpunkt vom 3. Quartal 2024 (2.854,2 €/m²). Gegenüber dem Vorquartal (3.178,5 €/m²) gab der Wert zuletzt zwar um 2,9 % nach und liegt 4,0 % unter dem Zwischenhoch aus Q1 2026 (3.216,2 €/m²), solche Schwankungen entstehen in einer Mittelstadt aber regelmäßig durch den wechselnden Mix aus Neubau- und Bestandsinseraten. Über vier Quartale gelesen zeigt der Trend ebenso nach oben wie der österreichische Häuserpreisindex der Statistik Austria, der im 2. Quartal 2026 vorläufig um 5,1 % zulegte.

Ist Wiener Neustadt günstiger als Wien und das südliche Wiener Umland?

Ja, der Preisabstand ist erheblich. Während Eigentumswohnungen in Wiener Neustadt im 3. Quartal 2026 im Schnitt um rund 3.087 €/m² angeboten werden (CASAFARI Area Insights), lag der tatsächlich im Grundbuch eingetragene Durchschnittspreis in Wien im Jahr 2025 laut RE/MAX ImmoSpiegel bereits bei 5.512 €/m². Auch wenn Angebotspreise und verbücherte Kaufpreise zwei unterschiedliche Messgrößen sind, zeigt der Vergleich die klare Größenordnung: Viele Pendlerhaushalte und junge Familien weichen deshalb auch aus dem teureren südlichen Wiener Umland entlang der Südbahn nach Wiener Neustadt aus.

Welche Kaufnebenkosten fallen beim Wohnungskauf in Wiener Neustadt an?

Käuferinnen und Käufer müssen 2026 mit Kaufnebenkosten von insgesamt rund 10 bis 12 % des Kaufpreises rechnen. Diese setzen sich aus 3,5 % Grunderwerbsteuer (§ 7 GrEStG), 1,1 % Grundbuchseintragungsgebühr, 1,2 % für die Pfandrechtseintragung (laut Gerichtsgebührengesetz), etwa 1 bis 2 % zuzüglich USt für die Vertragserrichtung sowie bis zu 3,6 % brutto Maklerprovision zusammen. Da die befristete Grundbuchsgebührenbefreiung für Eigennutzer (§ 25a GGG) am 30. Juni 2026 ausgelaufen ist, fallen bei einer Wohnung um 250.000 € allein für Eigentums- und Pfandrechtseintragung wieder bis zu 5.750 € an Gebühren an.

Gilt die KIM-Verordnung 2026 noch für die Wohnbaufinanzierung?

Nein, die KIM-Verordnung ist am 30. Juni 2025 ausgelaufen und wurde von der Finanzmarktaufsicht (FMA) nicht verlängert. Seit dem 1. Juli 2025 gelten die bisherigen Kriterien – mindestens 20 % Eigenmittel, maximal 40 % Schuldendienstquote vom Nettoeinkommen und höchstens 35 Jahre Kreditlaufzeit – laut dem WIK-Rundschreiben der FMA vom 26. Juni 2025 jedoch weiterhin als aufsichtliche Erwartung. Österreichische Banken wenden diese Richtwerte in ihrer Kreditprüfungspraxis daher nach wie vor an, haben aber im Einzelfall etwas mehr Entscheidungsspielraum.

Lohnt sich eine Anlegerwohnung in Wiener Neustadt?

Die strukturelle Mieternachfrage nach Ein- und Zweizimmerwohnungen ist durch die Fachhochschule Wiener Neustadt, die Theresianische Militärakademie, das Landesklinikum, das Forschungszentrum MedAustron sowie durch einen positiven Wanderungssaldo von +963 Personen im Jahr 2025 (Land Niederösterreich / Statistik Austria) gut abgesichert. Dem stehen jedoch ein wachsendes Neubauangebot am Flugfeld, Kaufnebenkosten von 10 bis 12 % und schwankende Angebotspreise gegenüber. Anleger sollten daher vor dem Kauf mit CASAFARI Comparables prüfen, wie das konkrete Objekt im Vergleich zu unmittelbaren Nachbarwohnungen eingepreist ist.